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  Kurzgeschichten  -  Eros
Juska
BeitragVerfasst am: 31.03.2007, 11:09  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Eros
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

König Midas hatte herrliche Weinberge anbauen lassen, über die sich nicht nur er und der Gott Bacchus freuten, sondern auch Eros konnte es nicht lassen, sich hin und wieder aus dem Weinfass etwas abzuzapfen. Der Wein des Midas schmeckte wirklich köstlich.

Das Problem war nur: Eros hatte danach seine Ziele nicht mehr so recht im Auge und wenn er seiner Aufgabe als Liebesgott gerecht werden sollte, mussten die Pfeile zielsicher verschossen werden. Doch nach dem Genuss des Weines gelang ihm das nicht so recht.

Es kam vor, dass sie danebentrafen. Seine Pfeile hatten bekanntlich eine verheerende Wirkung. Selbst Göttervater Zeus konnte ihnen nicht widerstehen und litt unsäglich, wenn er sich mal wieder verliebt hatte. So geschah es, dass sein Pfeil statt die Königstochter zu treffen ihr Ziel verfehlte und den Papagei im daneben stehenden Käfig traf. Dieser brach fast den Käfig ab, denn er war alleine dort und kam nicht hinaus. Er gab so allerlei dummes Zeug von sich, so dass die Königstochter darauf übel reagierte. Sie setzte das Tier mit dem Käfig kurzerhand an die Luft.

Doch das half dem Ara auch nicht viel. Er zeterte und kreischte, dass alle zusammenliefen und sich um den Käfig stellten. Bleibt nun die Frage offen, wem schickte Eros den zweiten Pfeil?

Das wusste er leider auch nicht mehr. Er hatte seine Pflicht erfüllt, lag unter einem Baum und hörte dem Spiel von Pan zu. Doch Pan mit seinen musikalischen Ohren hörte im Hof des Königs den Papagei recht unmusikalisch kreischen.

„Dem Tier geht es schlecht!“ sprach er „Wir *üssen nachsehen, was es hat!“
Eros blieb liegen. Es interessierte ihn nicht mehr. Er war in bester Weinlaune und gestand Pan seinen Fehltreffer. Pan befreite als erstes mal den Vogel. Sofort hörte das Gezeter auf. Er flog und suchte seine Partnerin.

Eros war inzwischen immer noch nicht eingefallen, wo der zweite Pfeil abgeblieben war. Aber zwei Pfeile hatte er verschossen, das wusste er. Doch wenn es nicht die Königstochter war und der Sohn des Hofarztes, wen hatte er dann getroffen? Er dachte angestrengt nach. Es wollte ihm nicht einfallen.
Doch da kam Pan mit seiner Flöte um die Ecke. „Sache erledigt!“ sprach er und Eros zeigte auf den Papagei, der mit Hingabe eine Eiche umkreiste und wie ein Verrückter diesen Baum immer wieder anflog. Eros zog den Pfeil aus der Rinde des Baumes und entfernte ihn aus dem Papagei. Dann musste er noch einmal schießen. Diesmal traf er zielsicher seine beiden Opfer, die dann nach nicht allzu langer Zeit einen Bund fürs Leben eingingen.
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