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  Kurzgeschichten  -  Der Holzfäller und die Fee /Teil 3
Juska
BeitragVerfasst am: 14.04.2007, 00:26  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Der Holzfäller und die Fee /Teil 3
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
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„Was ich dich mal immer fragen wollte, hast du auch einen Namen?“, Bat sah ihr dabei lange in die Augen. Ihre Blicke konnten sich kaum voneinander lösen. „Ich heiße einfach Fee!“, sagte Fee.

Nun wollte Bat mehr wissen: „Wo lebst du denn?“, „Ich bin eine Waldfee und lebe im Wald!“, „Und was isst du?“. „Alles, was es im Wald Essbares gibt! Pilze, Beeren. Feen essen nicht so viel“, gab sie bereitwillig Auskunft. Bat wollte aber auf etwas anderes hinaus. „Und wo schläfst du?“, „Och, irgendwo im Gras oder wenn es feucht ist, suche ich mir einen trockenen Platz.“. Das war nicht die Antwort die Bat hören wollte. „Bist du denn immer nur unterwegs, hast du keine Freunde und Verwandten?“, „Doch“, sagte sie, „die stecken überall, mal hier, mal da, im ganzen Wald eben.“

Er beschäftigte sich intensiv mit der Schnitzerei, dabei konnte er besser nachdenken. Er schnitzte diesmal eine Sanduhr für seine Frau. Fee schaute ihm interessiert dabei zu. Sie konnte sich unter einer Sanduhr nichts vorstellen, denn Uhren hatten im Feenreich nichts verloren. Das war auch der Grund, weshalb man nie wusste, wo sie wirklich steckt.

Bat merkte schon, dass er das wohl nie herausfinden würde und wenn er noch so viel fragte. Er gab es im Moment erst mal auf, noch Näheres wissen zu wollen.

Doch dann nahm er plötzlich seinen ganzen Mut zusammen und fragte sie direkt: „Was fühlst du, wenn du mich so lange nicht siehst?“, „Ich wundere mich dann sehr und beobachte dich heimlich. Ich mache mich dann unsichtbar und bin doch in deiner Nähe.“ Das hätte Bat nicht erwartet. Er nahm sich vor, mal darauf zu achten.

Seine Kinder kamen gerade aus der Schule den Weg hinauf und schnell steckte er das Schnitzmesser in seine Tasche. Sie bewunderten die Sanduhr, die zwar noch nicht fertig war, aber es war eine tolle Idee.

Bat machte Fortschritte. Er konnte schon einige Schritte gehen, ohne dass ihm der verletzte Fuß Schmerzen bereitete. Das Schnitzmesser ließ er vorerst in Ruhe. Er wollte es austesten, ob Fee sich unsichtbar in seiner Nähe befand.

Bei seinen ersten Gehversuchen schielte er um sich. Er achtete darauf, ob sich Blätter oder Zweige unbemerkt bewegten. Ihm fiel nichts dergleichen auf. - Sie wird mich jetzt auch noch nicht vermissen - dachte er bei sich. Dafür ist es jetzt wohl noch zu früh. Ich muss noch etwas mehr Geduld haben - Geduld war nun ja überhaupt nicht sein Ding aber er wollte es jetzt genau wissen und riss sich entsprechend zusammen. Gerade, als er seine Zehen in der Hand hielt, um sie an den Narben kräftig zu massieren, meinte er, es hätte sich in seiner Nähe ein Blatt bewegt, obwohl gar kein Windchen wehte.

Er redete in die Richtung: „Fee, bist du das?“. Es kam keine Antwort. Doch er war sich sicher, dass es Fee sein musste. Er packte die Fliegenklatsche, die neben ihm lag und schlug in die Richtung. Kein Kommentar, nichts. - Wenn ich nun
das Schnitzmesser nehme und sie ist hier, dann muss ich das jetzt sehen können. - dachte er bei sich und schon griff er danach und schaute aufmerksam in die Runde.

Tatsächlich tauchte sie hinter dem dicken Baumstamm auf, der ganz in seiner Nähe stand. Das erfüllte ihn mit Stolz. - Sie interessiert sich also wirklich für mich - dachte er bei sich. Er stand da wie vom Donner gerührt und Fee streichelte ihn sanft über seinen Arm. - Oh, jetzt würde ich sie gerne vernaschen, - dachte er bei sich. Doch Fee hatte sich schon wieder ein Stückchen entfernt. „Du schnitzt ja gar nicht!“ sagte sie enttäuscht, setzte sich auf die Bank und ließ die Beine baumeln. „Muss ich immer schnitzen, wenn ich dich mal sehen will?“, meinte Bat brummig.

Es passte ihm nicht, dass sie ihm schon wieder auswich. Barsch fuhr er sie an: „Steh mal auf da!“. Sie zuckte zusammen, stand aber vorsichtig auf und schaute auf den Sitz, ob dort irgendetwas lag, was er brauchte. Plötzlich setzte Bat sich auf ihren Platz, kratzte seine ganze Freundlichkeit zusammen und bat sie auf seinem Schoß Platz zu nehmen. Sie schaute ihn etwas argwöhnisch aus den Augenwinkeln an, ließ sich dann aber bereitwillig von ihm an den Armen auf seinen Schoß ziehen.

Nun kam, was kommen musste. Es erregte ihn kolossal und er wartete die Reaktion der kleinen Fee ab. - Ob Feen so etwas überhaupt kennen? - ging es ihm durch den Kopf. - Ich darf jetzt auf gar keinen Fall grob werden, sonst löst sie sich wieder in Luft auf. - dachte er bei sich und ab da war das Denken schon ausgeschaltet.

Fee spürte dieses warme Etwas in ihrem Rücken. Sie setze sich weiter zurück, um es noch näher zu spüren. Sie griff hinter sich, um es zu berühren. „Was hast du da?“ wollte sie von Bat wissen. Bat registrierte, dass sie so etwas nicht zu kennen schien. „Berühr es nur, es tut dir nichts!“ sagte er mit zuckersüßer Stimme. Argwöhnisch betastete Fee dieses seltsame Etwas. Vorsichtig drückte sie mit dem Zeigefinger hinein. „Wenn sich jetzt herausstellt, dass Feen kein Geschlechtsteil haben, werd ich aber fuchsteufelswild!“, dachte Bat bei sich.

Bat war vor lauter Lust schon ganz heiser. Er hob Fee’s Kinn an und gab ihr einen Kuss, und noch einen und noch einen. Es schien ihr zu gefallen. „Könnt ihr Feen denn auch lieben?“ fragte er sie mit letztem Anflug von Verstand. „Oh, ach das meinst du!“ Dabei schmiegte sie sich an ihn. Ihre Körper berührten sich und rieben aneinander. Ein wunderbares Gefühl überzog seine Haut.
Entspannt legten sie sich ins Gras und rieben weiter ihre Körper aneinander und noch bevor es soweit kam, dass ihre beiden Körper ineinander fanden, ergoss Bat seinen Inhalt über Fee. Sie summte ein Lied und nahm ihn in die Arme. Er lag mit seinem Kopf auf ihr und genoss dieses herrliche Spiel. „Vermisst du jetzt denn nichts?“, wollte Bat wissen. „Nein“, behauptete Fee. Das konnte Bat nicht verstehen. „Wir Feen sind zweigeschlechtlich“, behauptete sie. „Wir können uns sogar in Reihen oder Gruppen lieben. „Ja, aber.“, Bat wollte gerade anzweifeln, dass in so einem zarten Körper doch kein Platz sein könne für zwei Geschlechter, doch da lag sie plötzlich nicht mehr neben ihm.

Bevor er richtig merkte, was der Grund für ihr Verschwinden war, hörte er eine Stimme, die ihm bekannt vorkam. Es war die Stimme von Marie. Knurrig erhob er sich von seinem Platz. „Als Fleiß kann man das ja nicht gerade bezeichnen, was du hier veranstaltest, im Gras liegen und träumen!“ .
„Na und, ist doch meine Sache“, knurrte Bat ihr unfreundlich entgegen. „Hast du nicht langsam genug Holz gesammelt?“. „Das lass mal meine Sorge sein!“.

„Du bist ja nur halb angezogen!“ registrierte sie. „Auch das geht dich nichts an!“, erwiderte er ruppig. Es passte ihm nicht, dass sie ihn beim Nachdenken störte. Er fühlte noch immer Fee’s Berührung. Es war wie ein Hauch von Sonnenschein, und dieser plötzliche Abbruch der Zärtlichkeiten nur wegen Marie, ärgerte ihn. „Ich weiß sowieso nicht, warum du immer hier in meinem Revier Holz sammeln musst!“. Das reichte ihr aber jetzt!

„Du verdammter alter Dickschädel, geh doch hin wo der Pfeffer wächst!“ keifte sie und stieb davon.
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