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  Kurzgeschichten  -  Ess-Brechsucht
Juska
BeitragVerfasst am: 11.05.2007, 10:10  Neue Antwort erstellen
Kurzgeschichten
Ess-Brechsucht
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Ich hatte schon tagelang nichts mehr gegessen. War völlig abgemagert. Alle meine Freunde, meine Verwandten mieden mich oder schimpften mit mir.

Was ging es sie überhaupt an? Es war doch mein Leben! Ich stellte mich seitlich vor den großen Flurspiegel. Da war immer noch eine Erhebung, oh Wunder, ein Bäuchlein! Das durfte nicht sein!

Geräuschlos bewegte ich mich durch den Flur, um in mein Zimmer zu gelangen. Zwischendurch noch kurz ins Badezimmer auf die Waage. Tatsächlich, immer noch 50 kg. Das war entschieden zu viel! In meinem Zimmer setzte ich mich hinter den Schreibtisch, um mich dort mit meinen Hausaufgaben zu amüsieren. Es dauerte noch keine halbe Stunde und Britta erschien: „Du sollst zum Essen kommen!“.

„Was, ich? Kein Hunger!“ gab ich meiner jüngeren Schwester zu verstehen.
„Aber damit kommst du heute nicht durch!“,gab sie mir zur Antwort. „Mutter hat nur für dich eine leichte Champignonsuppe gekocht. Die wirst du essen *üssen!“. Damit schloss sie die Tür von außen.

Angewidert verließ ich mein Zimmer. Ich setzte mich auf meinen Platz am Tisch und ließ mir wortlos von Mutter eine Suppenkelle Champignonsuppe auf den Teller geben. Mit den Händen signalisierte ich, dass es reicht und ich auf keinen Fall mehr als diese Kelle voll Suppe zu mir nehmen wollte.

Lustlos löffelte ich die Suppe aus. Mutter hatte sich *ühe gegeben. Sie schmeckte nicht schlecht. Aber es war viel zu viel. Gleich nach dem Nachtisch begab ich mich ins Bad, wo ich mir den Finger in den Hals steckte, um mich der eben gegessenen Suppe zu entledigen. So, nun hatte ich meine Pflicht erfüllt. Mit einem Lappen wischte ich das Badezimmer peinlichst sauber, damit ich nur nicht auffiel und begab mich wieder zurück an meinen Schreibtisch.

Im Flur bekam ich noch Gesprächsfetzen meiner Mutter mit, wie sie einer ihrer Freundinnen erzählte, wie gut ich in der Schule sei. Die wusste nachher sämtliche Noten von mir. Das Gespräch schien gar kein Ende nehmen zu wollen. Die Noten meiner Schwester wurden nicht erwähnt. Wie ich das alles hasste!

Nach dem Telefongespräch kam Mutter mich auf mein Zimmer besuchen. Sie interessierte sich nur für meine Noten und wollte alles genauestens wissen, was in der Schule so vorgefallen war. Ich stand wie unter einem Zwang, obwohl ich es nicht wollte, erzählte ich ihr alles.

Ich glaube, es war diese Unfreiheit, die mich dazu trieb, das Essen aus meinem Körper hinauszubefördern.
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.05.2007, 19:20  Neue Antwort erstellen
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Ess-Brechsucht
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Administrator
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45131
Wohnort: Gronau

Hallo Juska,

gibt es noch eine Fortsetzung? Die Neugier plagt mich schon seit Tagen.

Liebe Abendgrüße
Ann
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Juska
BeitragVerfasst am: 06.07.2007, 16:54  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Oh, ich bemerke erst jetzt, dass ich deine Frage unbeantwortet ließ, Ann.
Folglich magst du Fortsetzungen. Zu dieser Geschichte habe ich keine.

Ein Grund für mich, mit meinen Fortsetzungs-Geschichten weiter zu machen.

liebe Grüße und schönes Wochenende
Juska
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