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  Gedichte  -  Karoline von Gründerrode
Ann
BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 15:03  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Gründerrode
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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[An Creuzer]

Seh' ich das Spätroth, o Freund, tiefer erröthen im Westen,
Ernsthaft lächlend, voll Wehmuth lächlend und traurig verglimmen,
O dann muß ich es fragen, warum es so trüb wird und dunkel,
Aber es schweiget und weint perlenden Thau auf mich nieder.
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Ann
BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 15:04  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Karoline von Gründerrode
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45103
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Buonaparte in Egypten

Aus dem Schoos der Nacht entwindet *ühesam die Dämmerung sich,
Und der Dämmerung Gebilde löset einst des Tages Licht.
Endlich fliehet die Nacht! und herrlicher Morgen
Golden entsteigst du dem bläulichten Bette der Tiefe
Und erleuchtest das dunkle Land wo der Vorzeit
Erster Funke geglüht, wo Licht dem Dunkel entwunden.
Früh gelodert im Schutze mystischer Schleier
Dann auf lange entfloh und ferne Zonen erleuchtet. -
Ewig weicht sie doch nicht vom heimischen Lande
Die Flamme, sie kehret mit hochaufloderndem Glanz hin.
Alle Bande der Knechtschaft löset die Freiheit,
Der Begeisterung Funke erwekt die Söhne Egyptens. -
Wer bewirkt die Erscheinung? Wer ruft der Vorwelt
Tage zurük? Wer reiset Hüll und Ketten vom Bilde
Jener Isis, die der Vergangenheit Räthsel
Dasteht, ein Denkmal vergessener Weisheit der Urwelt?
Bonaparte ist's, Italiens Erobrer,
Frankreichs Liebling, die Säule der würdigeren Freiheit
Rufet er der Vorzeit Begeisterung zurüke
Zeiget dem erschlaften Jahrhunderte römische Kraft. -
*öge dem Helden das Werk gelingen Völker
Zu beglükken, *öge der schöne Morgen der Freiheit
Sich entwinden der Dämmerung finsterem Schoose.
*öge der späte Enkel sich freuen der labenden
Der gereiften Frucht, die mit Todesgefahren
In dem schreklichen Kampf mit finsterem Wahn, der Menge
Irrthum, der großen Härte, des Volks Verblendung
Blutige Thränen vergiesend die leidende Menschheit
Zitternd in dieses Jahrhunderts Laufe gepflanzt.
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Ann
BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 15:05  Neue Antwort erstellen
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Karoline von Gründerrode
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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[Wild verwirrt sind mir die Sinne]

(Fragment)

Wild verwirrt sind mir die Sinne;
Steig herauf, eh ich beginne,
Dich am Schlangenhaar zu greifen,
Wüthend an den Tag zu schleifen.
Weh wenn du mit Antwort geizest,
Schwer mir so die Seele reizest,
Wisse das ich dann dich finde,
Wärst du in der Höllenschlunde.
Peitsche dich mit Flammenruthen,
Bade dich in Hölengluthen;
Dich soll die Sommersgluth verzehren
Und Todesangst dein Leben nähren.
Kein Mitleid soll dir Trost gewähren,
Schmerz, Qual erzeugen und gebähren,
Drum steig herauf ehe gewaltig
Dich ergreifet meines Zornes
*ächtige Rechte!

Wer ruft so mit *ächtiger
Stimme in den Abgrund,
Daß der Hela
Burgen erbeben
Und wiederhallen
Die dunklen Klüfte
Vom gräßlichen Nachhall?
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Ann
BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 15:06  Neue Antwort erstellen
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Karoline von Gründerrode
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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[Wo erfrag ich den Freund]

Wo erfrag ich den Freund, wo find ich, was ich verlohren,
Sage es Morgenroth mir, wo mein Geliebter verweilt!
Weihet der Priester den Schleier, der den, dich mir o Lieber vereinigt,
Hält ein fremdes Gesez stets dich entfernet von mir?
Aber der Morgen verstumt, verschlungen vom glühenden Tage;
Abendroth, sage es mir, freundlicher milderer Schein!
Aber es färbt sich die Wange des Abendrothes blässer und blässer,
Und es streuet auf mich wehmutsvoll perlenden Thau hin.
Frag ich die Sterne, sie schweigen, verglimmen leise im Osten,
Aber der Morgen kehrt wieder, und wieder erröthet der Abend,
Und der ewige Kreis führet die Sterne zurük.
Kehret der Morgen einst wieder, dann *öge der Mittag
Gierig schlingen den Morgen, und über mir grüssen die Sterne
Mich verschlinge die Nacht, bis jenseits des Dunkels
Wieder der Liebe Ton goldner Morgen entsprießt.
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Ann
BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 15:06  Neue Antwort erstellen
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Karoline von Gründerrode
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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[Ist alles stumm und leer]

Ist alles stumm und leer;
Nichts macht mir Freude mehr;
Düfte, sie düften nicht,
Lüfte, sie lüften nicht;
Mein Herz so schwer!

Ist Alles so öd' und hin;
Bange mein Herz und Sinn;
*öchte, nicht weiß ich was;
Treibt mich ohn' Unterlaß,
Weiß nicht, wohin!

Ein Bild von Meisterhand
Hat mir den Sinn gebannt;
Seit ich das holde sah,
Ist's fern und ewig nah,
Mir anverwandt.

Ein Klang im Herzen ruht,
Der noch erquickt den Muth
Wie Flötenhauch ein Wort,
Tönet noch leise fort,
Stillt Thränenfluth.

Frühlinges Blumen treu
Kommen zurück auf's Neu;
Nicht so der Liebe Glück,
Ach, es kommt nicht zurück -
Schön, doch nicht treu!

Kann Lieb' so unlieb sein,
Von mir so fern, was mein?
Kann Lust so schmerzlich sein,
Untreu so herzlich sein?
O Wonn', o Pein!

Phönix der Lieblichkeit,
Dich trägt dein Fittig weit
Hin zu der Sonne Strahl,
Ach was ist dir zumal
Mein einsam Leid?
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