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  Gedichte  -  Johann Peter Eckermann 1792-1854 deutscher Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:04  Neue Antwort erstellen
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Johann Peter Eckermann 1792-1854 deutscher Dichter
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"Und du, der Kindheit Fluss, geliebte Luh'!
Lass mich die Hand mit deinem Wasser kühlen!
Wie sonst auf klarem Sande fließest du, -
O könnt' ich wieder mich als Knabe fühlen!"


Zuletzt bearbeitet von Ann am 27.03.2008, 17:05, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:05  Neue Antwort erstellen
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Johann Peter Eckermann 1792-1854 deutscher Dichter
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An . . . . .

Es sandte der April uns herbe Schauer,
Kein grünes Blättchen wagte sich hervor;
Schien ja die Sonne, war's von kurzer Dauer,
Gleich hüllend sich in finstrer Wolken Flor.
Da war's am besten im gesell'gen Zimmer,
Am besten dort, wo man Dich, Holde, sah;
In Deiner Anmut Nähe glaubt' ich immer,
Es sei der Lenz mit allen Freuden da.
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:07  Neue Antwort erstellen
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[An die Winde]1)


An die Sommer-Winde.

Süd und West, ihr linden, kühlen!
Und die ihr südwestlich weht!
Fächelt, säuselt, wenn im Schwülen
Mein geliebtes *ädchen geht!
Lüften könnt ihr, ja verschieben
Ihres Busens leichtes Tuch;
Aber *üßt euch nicht verlieben,
Kühlen nur, das ist genug!

*



An die Winter-Winde.

Nord und Ost, ihr eis'gen Winde!
Und die ihr nordöstlich weht!
O, ich bitt' euch, leise! linde!
Wenn mein zartes *ädchen geht.
Daß ihr meine Seelenweide,
Wang' und Augen, nicht betrübt!
Daß ihre schöner Mund nicht leide,
Der so willig Küsse gibt!
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:10  Neue Antwort erstellen
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Drei Miniaturen1)



Erster Besuch.

In deinem Zimmer hast du mich gelitten?
Wie reizend war, wie traulich der Besuch! -
Ich bin zu alt, um Liebe dich zu bitten,
Doch dich zu lieben, bin ich jung genug.
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Das Dachstübchen.

Du wohnst erhaben in des Himmels Nähe,
Und zwar mit mehr als bloßem Schein:
Glaubt' ich doch oft bei dir in solcher Höhe
An reiner Seligkeit ein Gott zu sein! -
oben






Selbstentäußerung.

Nach Weisheit ging bisher mein eifrig Streben,
Und nicht unwillig zog sie bei mir ein.
Doch aller Weisheit könnt ich mich begeben,
Um lebenslang mit Dir ein Narr zu sein.
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:11  Neue Antwort erstellen
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Deine Augen.

Der schönen Pallas Augen waren grau,
Zu klug, wie Byron sagt, blau oder braun zu blicken.
Maria Stuart, sie, die schönste Frau,
Verstand durch solche Augen zu berücken.
Grau blitzten Sterne von Napoleon,
Von ihrer Allgewalt weiß man zu sagen.
Daß auch die Deinen solchen Zauber tragen,
Davon empfand ich volle Wirkung schon.
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:13  Neue Antwort erstellen
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em Andenken der Unvergeßlichen.

Nun, nach Tagen heißverworr'ner Schmerzen,
Sei dem Leben höh'rer Trost erkoren:
Ewig bleibt sie meinem Geist und Herzen,
Und so hab' ich sie auch nicht verloren.

Ganz wie sonst will ich sie täglich fragen,
Was ich unterlasse, was ich handle;
Und es wird ihr geist'ger Wink mir sagen,
Ob ich treu in ihrem Sinne wandle.

Dann in Nächten wird sie mir erscheinen,
Hold ihr Bild in meinem Traum zu weben,
Und in süßer Täuschung werd' ich meinen,
Daß aufs neu' sie mir zurückgegeben.

Doch am Morgen werd' ich sie vermissen;
Suchen werd' ich sie im Haus und Garten;
Aber, mich besinnend, werd' ich wissen,
Wo ich ihr Erscheinen zu erwarten.

Sie zu denken gießet stillen Frieden
In die abendlich durchweinten Stunden;
Und ich fühle sie, wie nicht geschieden,
Ewig treu mit meinem Geist verbunden.
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:15  Neue Antwort erstellen
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Der Liebe Element.

Holde Liebe scheut das Licht;
Das Verbot'ne gleichermaßen.
Wie wohl sie zusammenpassen?
Sind sie doch Verwandte nicht!

Wenn zur Winterabendzeit
Im Kamin die Kohlen funkeln,
Flüstert gerne sie im Dunkeln,
Wünschet Licht und Lampe weit.

Und am hellen Sommertag
Sucht sie sich geheime Lauben,
Neid'schem Lichte so zu rauben
Was man nicht entdecken mag.

Ob dabei Verbot'nes auch,
Daß sie so das Helle fliehet,
Gern ins traute Dunkel ziehet,
Oder ob's nur so der Brauch?

Holde Liebe scheut das Licht;
Das Verbot'ne gleichermaßen.
Wie wohl die zusammenpassen?
Fragt danach die Liebe nicht. -
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:16  Neue Antwort erstellen
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Der Liebe Leiden.

Was zu allem Tun
Mir die Lust verleidet,
Was voll Unmut mich
Hin und wieder treibet,
Ach, ich weiß es nicht!

Was in Nächte mir
Allen Schlummer scheuchet,
Was die Röte mir
Von den Wangen bleichet,
Ach, ich weiß es nicht!

Ob es anders wär',
Könnt ich sie noch sehen,
Ob es anders wär',
Könnt' ich bei ihr stehen,
Ach, ich weiß es nicht!

Ob die Ruhe je
Sich im Busen mehret,
Und die Röte mir
Zu den Wangen kehret,
Ach, ich weiß es nicht!
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Ann
BeitragVerfasst am: 17.09.2007, 18:18  Neue Antwort erstellen
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Glück der Erinnerung.

Getrennt von dir, bist du mir nicht verloren,
Wenn auch entfernt, genieß' ich reines Glück.
Die schönsten Stunden, immer neu geboren,
Ruft mein lebend'ger Geist in sich zurück.

Schon sitz' ich wieder nah an deiner Seite,
Wir lesen wieder, wie wir sonst getan.
Vereint ins Buch zu sehn, ist große Freude,
Doch größre, sieht man sich einander an.

Nun kommt ein Wort, das du nicht recht verstanden,
Und ich erkläre dir's, wie ich's vermag.
Du fassest leicht und schnell, so schnell verschwanden
Am Buch die Stunden, abends wie am Tag.

Bleibt mir doch stets ein freudiges Erinnern,
Wie oft mich dein gewandter Geist entzückt! -
So gegenwärtig bleibt der Kuß dem Innern,
Dem vielgeliebten Nacken aufgedrückt.

Dich übermannt der Schlaf am späten Abend,
Getrost an meiner Seite schläfst du ein.
Wie ist mir nun dein stiller Anblick labend,
Der Züge, die auch schlafend schön und rein! -

Ein Rauschen hör' ich in dem nächsten Zimmer;
Ich flüstre deinen Namen, - schnell erwacht,
Ermuntert bist du, Leben ganz wie immer,
Und freundlich, wie du je mich angelacht.

Nun wird es spät, du wickelst deine Locken,
Ich bin dir nah und seh' beglückt dich an;
und du erzählst, behend und ohne Stocken,
Ein *ärchen mir, wie du es oft getan.

Ist Nacht es nun und muß ich endlich gehen,
Reichst liebend du den Mantel von der Wand,
Umhüllest mich - ich laß es gern geschehen -
Und drückst mir noch zum Lebewohl die Hand.

Dann auf der Straße wieder und im Dunkeln,
Seh' ich hinauf zu deinem Licht zurück.
Und wie am Himmel ew'ge Sterne funkeln,
So trag ich mit mir mein genossnes Glück.
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