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  Gedichte  -  John Keats 1795-1821 engl. Dichter d. Romantik
Ann
BeitragVerfasst am: 20.08.2007, 17:28  Neue Antwort erstellen
Gedichte
John Keats 1795-1821 engl. Dichter d. Romantik
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Glänzender Stern!

Glänzender Stern! Wär ich doch stet wie Du —
Nicht Schimmern, einsam aufgehängt zur Nacht,
Und schlaflos, offnen Lides immerzu,
Einsiedler der Natur, der duldsam wacht,
Wie sich das Meer bewegt, das priestergleich
Die Menschenküsten reinwäscht auf der Welt,
Und auf den Schnee blickt, dessen Maske weich
Auf Heideland und Hügel niederfällt —
Nein — und doch stetig, stets unwandelbar,
Gebettet auf der Liebsten junger Brust,
Dem sanften Auf und Ab für immer nah,
Für immer wach in ruheloser Lust,
Stets, stets im Ohr den zarten Atemzug,
Und wär so ewig — sonst nie tot genug.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 26.03.2008, 22:58, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.08.2007, 17:31  Neue Antwort erstellen
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John Keats 1795-1821 engl. Dichter d. Romantik
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An den Herbst
I

Neblige Zeit, die weiche Früchte häuft,
Busenfreundin reifenden Sonnenscheins
Im Plan, die Rebe, die ums Strohdach läuft,
Zu segnen mit der Traubenfracht des Weins;
Mit schweren Äpfeln, noch am Kern voll Saft,
Bemooste Landhausbäume zu bemühn;
Den Kürbis prall, die Haselnuß gesüßt
Vorm Fall zu runden; Knospen aufzublühn,
Was Bienen mehr und noch mehr Blumen schafft,
Bis jede glaubt, nie ende diese Kraft,
Weil Sommer ihre Waben überfließt.
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Ann
BeitragVerfasst am: 20.08.2007, 17:56  Neue Antwort erstellen
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Über den Hügel, über das Tal

Über den Hügel, über das Tal
Und über die Dawlischen Flüsse —
Wo Lebkuchenweiber-Einkünfte schmal
Und klein sind die Lebkuchennüsse.

Betty, der Wildfang, die rannte dort weg
Und ließ ihren Unterrock schießen.
Sag ich, «Bist du Jill, dann bin ich dein Jack.»
Und so saß sie fein brav in den Wiesen.

«Da kommt wer gelaufen, da kommt wer gelaufen!»
Sag ich, «‘s ists Geplauder der Brisen.»
Und so ließ sie den Lärm, alles Stottern und Schnaufen,
Und lag so fein brav in den Wiesen.

«Da ist jemand dort, und da ist jemand hier!»
Sag ich, «Wildes Ding, laß das Unken.»
So ließ sie es sein und lag drall vor mir
Wie eine "Venus", zu Tode trunken.

O wer eilte nicht nach Dawlish fort,
O wer hielt nicht an in den Auen?
O wer drückte nicht diese Blüten dort
Und würd sich kein Farnlager bauen?
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.10.2007, 18:08  Neue Antwort erstellen
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John Keats 1795-1821 engl. Dichter d. Romantik
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Glücklich ist England!

Glücklich ist England! Mir wär es genug,
Nur dies ihm eigne satte Grün zu sehn,
Nur diesen Wind zu spüren, dessen Wehn
Stets *ärchen durch die hohen Wälder trug:
Doch manchmal spürt ein sehnsuchtsvoller Zug
Italiens Himmel in mir, tief ein Flehn,
Auf einer Alpe wie ein Fürst zu stehn
Und zu vergessen Welt und Weltenspuk.
Glücklich ist England, seine Töchter bleiben
Voll schlichtem Liebreiz süß genug für mich,
Genug die Arme, die mich weiß umschlingen:
Doch oft verzehrt es mich und wünschte ich,
Daß Schöne tiefern Glanzes vor mir singen
Und wir auf sommerlichen Wassern treiben.
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.10.2007, 18:09  Neue Antwort erstellen
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Auf Grashüpfer und Heimchen

Die Poesie der Erde ist nie tot:
Sucht jeder Vogel schwach im Sonnenlicht
Ein kühles Baumversteck, läuft das Gerücht
Die Hecken lang, das Feld sei frisch gemäht —
Es ist des Grashüpfers. Sein Singen steht
Für Sommerwohligkeit; nichts unterbricht
Sein Glück, denn schwärmt er einmal nicht,
Ruht er bequem auf einem weichen Beet.
Die Erde wird an Poesie nie ärmer:
Am Winterabend, wenn der Frost zuvor
Ein Schweigen sponn, da schrillt vom Herd der Klang
Des Heimchenlieds, wird warm und immer wärmer
Und scheint dem, der sich dösend halb verlor,
Des Grashüpfers auf einem grünen Hang.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 29.10.2007, 18:34, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 29.10.2007, 18:33  Neue Antwort erstellen
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Ich fleh Dich an um Gnade, Mitleid, Liebe! —

Ja, Liebe voller Gnade, die nicht quält,
Einhellige, stets feste, offne Liebe,
Nie Maske, makellos — die nichts verhehlt!
O! gib dich mir ganz hin — sei ganz, ganz mein!
Mit Schönheit, Leib, der süßen kleinen Lust
Davor, dem Kuß — die Hand, den Blick so rein,
Die warme, weiße, endlos-weiche Brust —
Dich selbst — die Seele — gib und sei gerecht,
Behalt kein kleinstes Stück, sonst sterbe ich;
Und leb ich doch, dein jämmerlicher Knecht,
Verließ im Nebel eitlen Elends mich
Mein Lebenssinn — mein Geist geschmacklos, stumpf
Sein Gaumen, und mein Ehrgeiz nur mehr dumpf!
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