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  Gedichte  -  Hermann Lingg 1820-1905
rita
BeitragVerfasst am: 03.01.2008, 23:21  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Hermann Lingg 1820-1905
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Hermann Lingg
geb. am 22. 01 . 1820 in Lindau am Bodensee.
Studierte in *ünchen ,Freiburg , Berlin , und Prag - Medizin
Militärarzt bis 1851 ,ließ sich pensionieren .
Starb in der Nähe *ünchens am 15. 06 .1905
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rita
BeitragVerfasst am: 03.01.2008, 23:35  Neue Antwort erstellen
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Hermann Lingg 1820-1905
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Passionsblume

Über der Menschheit Stirne gesenkt
wölkt sich ein Schatten der tiefsten Trauer ,
wenn der vergangenen Zeit sie gedenkt
und der begangenen Frevel mit Schauer .

Wieviel schuldlos Ermordete stehn ,
Wieviel gekreuzigte Zeugen der Wahrheit
unten in Nacht , und wir ,wir gehn
oben im Licht und in freudiger Klarheit !

Bis von einem Unrecht nur ,
nur ein wenig sich ausgeglichen ,
sind im Gange der Weltenuhr
oft Jahrhunderte schon verstrichen !
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rita
BeitragVerfasst am: 03.01.2008, 23:49  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Heimkehr

In meine Heimat kam ich wieder ;
es war die alte Heimat noch .
Dieselbe Luft , dieselben Lieder ,
und alles war ein andres doch .

Die Welle rauschte wie vorzeiten ,
am Waldweg sprang wie sonst das Reh ,
von fern erklang ein Abendläuten ,
die Berge glänzten aus dem See .

Doch vor dem Haus , wo uns vor Jahren
die Mutter stets empfing , dort sah
ich fremde Menschen fremd gebaren ;
wie weh , wie weh mir da geschah !

Mir war als rief es aus den Wogen :
,, Flieh , flieh und ohne Wiederkehr !
Die du geliebt sind fortgezogen
und kehren nimmer ,nimmermehr !''
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rita
BeitragVerfasst am: 14.01.2008, 12:18  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Mittagszauber

Vor Wonne zitternd hat die Mittagsschwüle
auf Tal und Höh in Stille sich gebreitet ,
man hört nur , wie der Specht in Tannicht scheitet ,
und wie durchs Tobel rauscht die Sägemühle .

Und schneller fließt der Bach , als such er Kühle ,
die Blume schaut ihm durstig nach und spreitet
die Blätter sehnend aus , und trunken gleitet
der Schmetterling vom seidnen Blütenpfühle .

Am Ufer sucht der Fährmann sich im Nachen
aus Weidenlaub ein Sonnendach zu zimmern
und sieht ins Wasser , was die Wolken machen .

Jetzt ist die Zeit , wo oft im Schilf ein Wimmern
den Fischer weckt ; der Jäger hört ein Lachen ,
und golden sieht der Hirt die Felsen schimmern .
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rita
BeitragVerfasst am: 14.01.2008, 12:30  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Letzte Bitte

Immer leiser wird mein Schlummer ,
nur wie Schleier liegt mein Kummer
zitternt über mir .

Oft im Traume hört ich dich
rufen drauß vor meiner Tür ,
niemand wacht und öffnet dir ,
ich erwach und weine bitterlich .

Ja ich werde sterben *üssen ,
eine andre wird dich küssen ,
wenn ich bleich und kalt ,

eh die Maienlüfte wehen ,
eh die Drossel singt im Wad ;
willst du mich noch einmal sehen ,
komm, o komme bald !
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BeitragVerfasst am: 30.04.2009, 14:59  Neue Antwort erstellen
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Oberg
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Anmeldungsdatum: 26.11.2004
Beiträge: 310
Wohnort: Gronau/Westf.

Walpurgisnacht

Walpurgisnacht vorbei!
Es stürmt und wetterleuchtet,
Den Einzug hält der Mai,
Von Dämmergrau'n umfeuchtet.

An Felsen Fluthgeroll,
Verglimmend Sterngefunkel,
Im Wald schlägt sehnsuchtsvoll
Die Drossel tief im Dunkel.

Die Windfahn krächzt am Dach,
Der Uhu im Geklüfte;
Was wispert wie ein Ach
Verhallend in die Lüfte?

Ein Hexchen ist's, die just
Vom Blocksberg heimgefahren,
Beschneit die volle Brust,
Und Blüthen in den Haaren.

Am grünen Fensterbrett
Da duften die Violen,
Sie wirft sich auf ihr Bett
Mit schwerem Athemholen.

Die Händchen ruhn im Schoß
Ein Schleier hängt zerrissen
Um ihr Gesichtchen los,
Sie drückt es in die Kissen.

Am Tisch brennt, tief im Docht,
Von gestern noch die Kerze,
Ihr Herzchen pocht, es pocht
In wildem Liebesschmerze.

Verschlafen kräht der Hahn,
Ein Blitz noch, und ein trüber
Umwölbter Tag bricht an
Walpurgisnacht vorüber!
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