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  Gedichte  -  Robert Reinick 1805-1852 Maler Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 05.09.2006, 20:24  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Robert Reinick 1805-1852 Maler Dichter
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Sommernacht

Der laute Tag ist fortgezogen,
Es kommt die stille Nacht herauf,
Und an dem weiten Himmelsbogen
Da gehen tausend Sterne auf,
Und wo sich Erd' und Himmel einen
In einem lichten Nebelband,
Beginnt der helle Mond zu scheinen
Mit mildem Glanz in's dunkle Land.

Da geht durch alle Welt ein Grüßen
Und schwebet hin von Land zu Land;
Das ist ein leises Liebesküssen,
Das Herz dem Herzen zugesandt
Das im Gebete aufwärts steiget,
Wie gute Engel, leicht beschwingt,
Das sich zum fernen Liebsten neiget
Und süße Schlummerlieder singt.

Und wie es durch die Lande gehet,
Da *öchte Alles Bote sein;
Der Nachthauch durch die Wipfel wehet,
Die stimmen leise rauschend ein;
Und durch den Himmel geht ein Winken
Und auf der Erde nah und fern,
Die Ströme heben an zu blinken
Und Stern verkündet es dem Stern.

O Nacht, wo solche Geister wallen
Im Mondenschein auf lauer Luft!
O Nacht, wo solche Stimmen schallen
Durch lauter reinen Blüthenduft!
O Sommernacht, so reich an Frieden,
So reich an stiller Himmelsruh':
Wie weit zwei Herzen auch geschieden,
Du führest sie einander zu!


Zuletzt bearbeitet von Ann am 28.03.2008, 11:03, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 05.09.2006, 20:26  Neue Antwort erstellen
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Robert Reinick 1805-1852 Maler Dichter
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Sonntagsfrühe

Aus den Thälern hör' ich schallen
Glockentöne, Festgesänge,
Helle Sonnenblicke fallen
Durch die dunklen Buchengänge;
5 Himmel ist von Glanz umflossen,
Heil'ger Friede rings ergossen.

Durch die Felder still beglücket
Wallen Menschen allerwegen;
Frohen Kindern gleich geschmücket,
10 Gehn dem Vater sie entgegen,
Der auf goldner Saaten Wogen
Segnend kommt durch's Land gezogen.

Wie so still die Bäche gleiten,
Wie so hell die Blumen blinken!
15 Und aus fernen lichten Zeiten
Weht ein Grüßen her, ein Winken.
Ist's entschwundner Kindheit Mahnung?
Ist es schönrer Zukunft Ahnung?
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rita
BeitragVerfasst am: 23.03.2008, 11:02  Neue Antwort erstellen
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Robert Reinick 1805-1852 Maler Dichter
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Juche !
Wie ist doch die Erde so schön , so schön !
Das wissen die Vögelein :
Sie heben ihr leicht Gefieder ,
Und singen so fröhliche Lieder
In den blauen Himmel hinein .

Wie ist doch die Erde so schön , so schön !
Das wissen die Flüss und die Seen :
Sie malen im klaren Spiegel
Die Gärten und Städt und Hügel ,
Und die Wolken , die drüber gehn !

Und Sänger und Maler wissen's ,
Und es wissen's viel andere Leut !
Und wer's nicht malt , der singt es ,
Und wer's nicht singt , dem dem klingt es
In dem Herzen vor lauter Freud !
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rita
BeitragVerfasst am: 02.09.2008, 11:05  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Vom schlafenden Apfel

Im Baum , im grünen Bettchen,
hoch oben sich ein Apfel wiegt ,
der hat so rote Bäckchen ,
man sieht's , daß er im Schlafe liegt .

Ein Kind steht unterm Baume ,
das schaut und schaut und ruft hinauf :
Ach , Apfel , komm herunter !
Hör endlich doch mit Schlafen auf !

Es hat ihn so gebeten ,
glaubt ihr , der wäre aufgewacht ?
Er rührt sich nicht im Bette ,
sieht aus , als wenn er lacht .

Da kommt die liebe Sonne
am Himmel hoch dahersparziert .
Ach , Sonne , liebe Sonne ,
mach du , daß sich der Apfel rührt !

Die Sonne spricht : Warum nicht ?
Und wirft ihm Strahlen ins Gesicht ,
küßt ihn dazu so freundlich ,
der Apfel aber rührt sich nicht .

Nun schau , da kommt ein Vogel
und setzt sich auf den Baum hinauf .
Ei , Vogel , du mußt singen ;
gewiß , gewiß ,das weckt ihn auf !

Der Vogel wetzt den Schnabel
und singt ein Lied so wundernett
und singt aus voller Kehle ,
der Apfel rührt sich nicht im Bett .

Und wer kam nun gegangen ?
Es war der Wind , den kenn ich schon ;
der küßt nicht und der singt nicht ,
der pfeift aus einem andern Ton .

Er stemmt in beide Seiten
die Arme , bläst die Backen auf
und bläst und bläst , und richtig ,
der Apfel wacht erschrocken auf .

Und springt vom Baum herunter
grad in die Schürz vom Kind ;
das hebt ihn auf und freut sich
und ruft : ich danke schön , Herr Wind !
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rita
BeitragVerfasst am: 09.10.2008, 06:39  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Des Sonntags in der Morgenstund ,
da wandert sich's so schön
am Rhein , wenn rings im weiten Rund
die Morgen-glok-ken gehn .
Ein Schifflein zieht auf blauer Flut ,
da singt's und jubelt's drein :
I : Du Schifflein , gelt das fährt sich gut
in all die Lust hinein ? : I

Vom Dorfe hallet Orgelton ,
Es tönet frommes Lied ;
andächtig dort die Prozession
aus der Kapelle zieht .
Und ernst in all ' die Herrlichkeit
die Burg hernieder schaut
und spricht von alter guter Zeit ,
die auf den Fels erbaut .

Das alles baut der prächt'ge Rhein
mit seinem Rebenstrand
und spiegelt recht im hellsten Schein
das ganze Vaterland :
das fromme , treue Vaterland
in seiner vollen Pracht ,
mit Lust und Liedern allerhand
vom lieben Gott bedacht .

Robert Reinick 1838
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Ann
BeitragVerfasst am: 14.10.2009, 19:45  Neue Antwort erstellen
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Sommernacht (auch jetzt passend)

Der laute Tag ist fortgezogen ,
es kommt die stille Nacht herauf ,
und an dem weiten Himmelsbogen
da gehen tausend Sterne auf ,
und wo sich Erd und Himmel einen
in einem lichten Nebelband ,
beginnt der helle Mond zu scheinen
mit mildem Glanz ins dunkle Land .

Da geht durch alle Welt ein Grüssen
und schwebet hin von Land zu Land ;
Das ist ein leises Liebesküssen ,
das Herz dem Herzen zugesandt ,
das im Gebete aufwärts steiget ,
wie gute Engel ,leicht beschwingt ,
das sich zum fernen Liebsten neiget
und süsse Schlummerlieder singt .

Und wie es durch die Lande gehet
da *öchte alles Bote sein :
der Nachthauch durch die Wipfel wehet ,
die stimmen leise rauschend ein ;
und durch den Himmel geht ein Winken ,
und auf der Erde nah und fern ,
die Ströme heben an zu blinken ,
und Stern verkündet es dem Stern .

Wie weit zwei Herzen auch geschieden ,

eingestellt 14. Okt. 09 von Renate Link
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Ann
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 15:52  Neue Antwort erstellen
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Im Fliederbusch ein Vöglein saß...

Im Fliederbusch ein Vöglein saß
In der stillen, schönen Maiennacht,
Darunter ein *ägdlein im hohen Gras
In der stillen, schönen Maiennacht.

Sang *ägdlein, hielt das Vöglein Ruh,
Sang Vöglein, hört das *ägdlein zu,
Und weithin klang der Zwiegesang
Das mondbeglänzte Tal entlang.

Was sang das Vöglein im Gezweig
Durch die stille, schöne Maiennacht?
Was sang doch wohl das *ägdlein gleich
Durch die stille, schöne Maiennacht?

Von Frühlingssonne das Vögelein,
Von Liebeswonne das *ägdelein;
Wie der Gesang zum Herzen drang,
Vergess ich nimmer mein Leben lang.
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Ann
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 15:53  Neue Antwort erstellen
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Im Frühling

Wie ist doch die Erde so schön, so schön!
Das wissen die Vögelein;
Sie heben ihr leicht Gefieder
Und singen so fröhliche Lieder
In den blauen Himmel hinein.

Wie ist doch die Erde so schön, so schön!
Das wissen die Flüß' und Seen;
Sie malen in klarem Spiegel
Die Gärten und Städt' und Hügel
Und die Wolken, die drüber gehn.

Und Sänger und Maler wissen es,
Und es wissen's viel andere Leut'.
Und wer's nicht malt, der singt es,
Und wer's nicht singt, dem klingt es
In dem Herzen vor lauter Freud'!
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Ann
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 15:55  Neue Antwort erstellen
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Ach du klarblauer Himmel...

Ach du klarblauer Himmel
und wie schön bist du heut
*öcht ans Herz gleich dich drücken
vor Jubel und Freud
Aber's geht doch nicht an
denn du bist mir zu weit
und mit all meiner Freud'
was fang ich doch an?

Ach, du lichtgrüne Welt
und wie strahlst du vor Lust
und ich *öcht mich gleich werfen
dir voll Lieb an die Brust
aber's geht doch nicht an
und das ist ja mein Leid
und mit all meiner Freud'
was fang ich doch an?

Und da sah ich mein Lieb
unterm Lindenbaum stehn
war so klar wie der Himmel
wie die Erde so schön
und wir küssten uns beid'
und wir sangen vor Lust
und da hab ich gewusst
wohin mit der Freud'.
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Ann
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 15:56  Neue Antwort erstellen
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Liebesgarten

Die Liebe ist ein Rosenstrauch.
Wo blüht er, wo blüht er?
Ei nun, in unserm Garten,
Darin wir zwei, mein Lieb und ich,
getreulich seiner warten,
Wofür er uns aus Dankbarkeit
Alltäglich neue Blumen streut.
Und wenn im Himmel Rosen blühn,
Sie können doch nicht schöner blühn.
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