Das Orthogravieh

> PLAUDERGARTEN

 

 


Neue Antwort erstellen
Neues Thema eröffnen
Autor Nachricht
  Gedichte  -  Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:02  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Die Mutterliebe

Ein Kleinod ist das allerbest',
das pfleg' ich wohl und halt es fest
und halt es hoch in Ehren:
Das ist die Mutterliebe gut,
die gibt mir immer neuen Mut
in allen Lebensschweren.

Und ist dein Herz so freudenleer,
und ist dein Aug' so tränenschwer,
blick in ihr Aug' hinein:
das hat gar lichten, hellen Strahl
und trocknet die Tränen allzumal
wie Frühlings-Sonnenschein.


Zuletzt bearbeitet von Ann am 27.03.2008, 16:09, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Sponsor
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:03  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Es rauscht in den Schachtelhalmen,
verdächtig leuchtet das Meer.
Da schwimmt mit Tränen im Auge
ein Ichtyosaurus daher.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:08  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Alt Heidelberg, du feine

Alt Heidelberg, du feine,
Du Stadt an Ehren reich,
Am Neckar und am Rheine
Kein' andre kommt Dir gleich.

Stadt fröhlicher Gesellen,
An Weisheit schwer und Wein,
Klar ziehn des Stromes Wellen,
Blauäuglein blitzen drein.

Und kommt aus lindem Süden
Der Frühling über's Land,
So webt er dir aus Blüthen
Ein schimmernd Brautgewand.

Auch mir stehst du geschrieben
Ins Herz gleich einer Braut,
Es klingt wie junges Lieben
Dein Name mir so traut.

Und stechen mich die Dornen,
Und wird mirs drauß zu kahl,
Geb ich dem Roß die Spornen
Und reit in's Neckarthal.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:09  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Das ist im Leben...

Das ist im Leben häßlich eingerichtet,
Daß bei den Rosen gleich die Dornen stehn,
Und was das arme Herz auch sehnt und dichtet,
Zum Schluße kommt das Voneinandergehn.
In deinen Augen hab' ich einst gelesen,
Es blitzte drin von Lieb und Glück ein Schein:
Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,
Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!

Leid, Neid und Haß, auch ich hab' sie empfunden,
Ein sturmgeprüfter *üder Wandersmann.
Ich träumt' von Frieden dann und stillen Stunden,
Da führte mich der Weg zu dir hinan.
In deinen Armen wollt' ich ganz genesen,
Zum Danke dir mein junges Leben weih'n.
Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,
Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!

Die Wolken flieh'n, der Wind saust durch die Blätter,
Ein Regenschauer zieht durch Wald und Feld,
Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter,
Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt.
Doch, wend' es sich zum Guten oder Bösen,
Du schlanke Maid, in Treuen denk' ich dein.
Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen,
Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein!
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:14  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Als die Römer frech geworden,
Sim serim sim sim sim sim,
Zogen sie nach Deutschlands Norden,
Sim serim sim sim sim sim,
Vorne mit Trompetenschall,
Te rä tä tä tä te rä,
Ritt der Generalfeldmarschall,
Te rä tä tä tä te rä,
Herr Quintilius Varus,

Refrain:
Wau, wau, wau, wau, wau,
Herr Quintilius Varus,
|: Schnäde räng täng Neutral
Schnäde räng täng, de räng täng täng



2. In dem Teutoburger Walde,
Huh! Wie pfiff der Wind so kalte,
Raben flogen durch die Luft,
Und es war ein Moderduft,
Wie von Blut und Leichen.

3. Plötzlich aus des Waldes Duster
Brachen krampfhaft die Cherusker,
Mit Gott für Köig und Vaterland
Stürtzten sie sich wutentbrand
Auf die Legionen.

4. Weh! das ward ein großes Morden,
Sie schlugen die Kohorten;
Nur die römsche Reiterei
Rettete sich in das Frei',
Denn sie war zu Pferde.

5. O! Quintili, armer Feldherr!
Dachtest Du, daß so die Welt wär?
Er geriet in einen Sumpf,
Verlor zwei Stiefel und einen Strumpf
Und blieb elend stecken.

6. Da sprach er voll Ärgernussen
Zum Centurio Titiussen:
"Kamerad, zeuch Dein Schwert hervor
Und von hinten mich durchbohr,
Weil doch alles futsch ist!"

7. In dem armen römischen Heere
Diente auch als Volontaire
Scävola, ein Rechtskandidat,
Den man schnöd' gefangen hat,
Wie die andern alle.
8. Diesem ist es schlimm ergangen,
Eh' daß man ihn aufgehangen,
Stach man ihm durch Zung' und Herz,
Nagelte ihn hinterwärts
Auf sein corpus juris.

9. Als das Morden war zu Ende,
Rieb Fürst Hermann sich die Hände,
Und um sich noch mehr zu freu'n,
Lud er die Cherusker ein
Zu 'nem großen Frühstück.

10. Wild gab's und westfäl'schen Schinken,
Bier, soviel man wollte trinken.
Auch im Zechen blieb er Held,
Doch auch seine Frau Thusneld,
Trank walkürenmäßig.

11. Nur in Rom war man nicht heiter,
Sondern kaufte Trauerkleider;
Grade als beim Mittagsmahl
Augustus saß im Kaisersaal,
Kam die Trauerbotschaft.

12. Erst blieb ihm vor jähem Schrecken
Ein Stück Pfau im Halse stecken,
Dann geriet er außer sich"
"Varus, Varus, schäme Dich,
Redde legiones!"

13. Sein deutscher Sklave, Schmidt geheißen,
Dacht: Ihn soll das *äusle beißen,
Wenn er je sie wieder kriegt,
Denn wer einmal tot da liegt,
Wird nicht mehr lebendig.

14. Neunzehnhundert Jahr' verflossen,
Seit hier Römer Blut vergossen,
Das uns Knechtschaft zugedacht.
Hermanns Denkmal hält nun Wacht
Deutscher Kraft und Stärke.

( Und zu Ehren der Geschichten
Tat ein Denkmal man errichten,
Deutschlands Kraft und Einigkeit
Kündet es jetzt weit und breit:
"*ögen sie nur kommen!" )

15. Um des Denkmals Glanz zu mehren
Laßt uns seinen Schöpfer ehren!
Deinen Namen trag die Bank
Bandel, die wir Dir zum Dank
Und zur Ehr' erbauten.

|
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:18  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Eine traurige Geschichte


Ein Hering liebt' eine Auster
Im kühlen Meeresgrund;
Es war sein Dichten und Trachten
Ein Kuß von ihren Mund.

Die Auster, die war spröde,
Sie blieb in ihrem Haus;
Ob der Hering sang und seufzte,
Sie schaute nicht heraus.

Nur eines Tags erschloß sie
Ihr duftig Schalenpaar;
Sie wollte im Meeresspiegel
Beschauen ihr Antlitz klar.

Schnell kam der Hering geschwommen,
Streckt seinen Kopf herein
Und dacht' an einem Kuße
In Ehren sich zu freun!

O Harung, armer Harung,
Wie schwer bist Du blamiert!
Sie schloß in Wut die Schalen,
Da war er guillotiniert.

Jetzt schwamm sein toter Leichnam
Wehmütig im grünen Meer
Und dachte: "In meinem Leben
Lieb' ich keine Auster mehr!"
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:21  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Dörpertanzweise

Den Finken des Waldes die Nachtigall ruft:
Vom Geigenstrich schallt es goldrein durch die Luft,
Ihr Zwitschrer, ihr Schreier, nun spart den Diskant,
Der Heini von Steier ist wieder im Land!

Flickschuster im Gaden schwingts Käpplein und spricht:
Der Himmel in Gnaden vergißt unser nicht,
Sohlleder wird theuer, Bundschuh platzt am Rand,
Der Heini von Steier ist wieder im Land.

Schon schwirren zur Linde, berückt und entzückt
Die lieblichen Kinde mit Kränzen geschmückt:
Wo säumen die Freier? Manch Herz steht in Brand ...
Der Heini von Steier ist wieder im Land.

Und wer schürzt mit Schmunzeln den Rock sich zum Sprung?
Großmutter in Runzeln, auch sie wird heut jung ..
Sie stelzt wie ein Reiher dürrbeinig im Sand ...
Der Heini von Steier ist wieder im Land!

Der Hirt läßt die Herde, der Wirth läßt den Krug,
Der Knecht läßt die Pferde, der Bauer den Pflug,
Der Vogt und der Maier kommt scheltend gerannt:
Der Heini von Steier ist wieder im Land!

Der aber hebt schweigend die Fidel zur Brust ..
Halb brütend, halb geigend – des Volks unbewußt.
Leis knisternd strömt Feuer um Saiten und Hand ...
Der Heini von Steier ist wieder im Land!

... Im Gärtlein der Nonnen auf blumiger Höh
Lehnt eine am Bronnen und weint in den Klee:
O Gürtel und Schleier .. o schwarzes Gewand ..
Der Heini von Steier ist wieder im Land!
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:28  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Der Ichthyosaurus

Es rauscht in den Schachtelhalmen,
Verdächtig leuchtet das Meer,
Da schwimmt mit Tränen im Auge
Ein Ichthyosaurus daher.

Ihn jammert der Zeiten Verderbnis,
Denn ein sehr bedenklicher Ton
War neuerlich eingerissen
In der Liasformation.

»Der Plesiosaurus, der Alte,
Er jubelt in Saus und Braus,
Der Pterodaktylus selber
Flog neulich betrunken nach Haus.

Der Iguanodon, der Lümmel,
Wird frecher zu jeglicher Frist,
Schon hat er am hellen Tage
Die Ichthyosaura geküßt.

Mir ahnt eine Weltkatastrophe,
So kann es ja länger nicht gehn;
Was soll aus dem Lias noch werden,
Wenn solche Dinge geschehn?«

So klagte der Ichthyosaurus,
Da ward es ihm kreidig zumut;
Sein letzter Seufzer verhallte
Im Qualmen und Zischen der Flut,

Es starb zu derselbigen Stunde
Die ganze Saurierei,
Sie kamen zu tief in die Kreide,
Da war es natürlich vorbei.

Und der uns hat gesungen
Dies petrefaktische Lied,
Der fand's als fossiles Albumblatt
Auf einem Koprolith.
Nach oben
Ann
BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:28  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45056
Wohnort: Gronau

Kampfmüd' und sonn'verbrannt

Kampfmüd' und sonn'verbrannt,
Fern an der Heiden Strand,
Waldgrünes Thüringland,
Denk' ich an dich.

Mildklarer Sternenschein,
Du sollst mir Bote sein,
Geh, grüß' die Heimat mein,
Weit überm Meer!

Feinden von allerwärts,
Trotzt meiner Waffen Erz;
Wider der Sehnsucht Schmerz
Schirmt mich kein Schild.

Doch wie das Herz auch klagt,
Ausharr' ich unverzagt:
Wer Gottes Fahrt gewagt,
Trägt still sein Kreuz.
Nach oben
rita
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 19:11  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Das ist im Leben hässlich eingerichtet,
das bei den Rrosen gleich die Dornen stehn ,
und was das arme Herz auch sehnt und dichtet,
zum Schlusse kommt das Voneinandergehn .
In deinen Augen hab ich einst gelesen ,
es blitzte drin von Lieb und Glück ein Schein !
Behüt dich Gott ! Es wär zu schön gewesen ,
behüt dich Gott , es hat nicht sollen sein ! -

Leid , Neid und Hass , auch ich hab sie empfunden ,
ein sturmgeprüfter *üder Wandersmann .
Ich träumt von Frieden dann und stillen Stunden ,
da führte mich der Weg zu dir hinan .
In deinen Armen wollt ich ganz genesen ,
zum Danke dir mein junges Leben weihn:
Behüt dich Gott ! Es wär zu schön gewesen,
behüt dich Gott , es hat nicht sollen sein !

Die Wolken fliehn, der Wind saust durch die Blätter ,
ein Regenschauer zieht durch Wald und Feld ,
zum Abschiednehmen just das rechte Wetter ,
grau wie der Himmel steht vor mir die Welt .
Doch wend es sich zum Guten oder Bösen ,
du schlanke Maid , in Treuen denk ich dein !
Behüt dich Gott ! Es wär zu schön gewesen ,
behüt dich Gott , es hat nicht sollen sein !
Nach oben
rita
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 19:31  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Nordmännerlied
(aus Ekkehard )

Der Abend kommt , und die Herbstluft weht ,
Reifkälte spinnt um die Tannen ,
o Kreuz und Buch und *önchsgebet -
wir *üssen alle von dannen.

Die Heimat wird dämmernd und dunkel und alt ,
trüb rinnen die heiligen Quellen :
du götterumschwebter , du grünender Wald ,
schon blitzt die Axt , dich zu fällen !

Und wir ziehen stumm , ein geschlagen Heer ,
erloschen sind unsere Sterne -
o Island , du eisiger Fels im Meer ,
steig auf aus nächtlicher Ferne .

Steig auf und empfah unser reisig Geschlecht -
auf geschnäbelten Schiffen kommen
die alten Götter , das alte Recht ,
die alten Nordmänner geschwommen .

Wo der Feuerberg loht , Glutasche fällt ,
Sturmwogen die Ufer umschäumen ,
auf dir , du trotziges Ende der Welt ,
die Winternacht wolln wir verträumen !
Nach oben
rita
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 19:50  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Ausfahrt
(aus der Sammlung ,, Gaudeamus ")

Berggipfel erglühen ,
Waldwipfel erblühen
vom Lenzhauch geschwellt ;
Zugvogel mit Singen
erhebt seine Schwingen
ich fahr in die Welt !

Mir ist zum Geleite
in lichtgoldnem Kleide
Frau Sonne bestellt ;
Sie wirft meinen Schatten
auf blumige Matten ,
ich fahr in die Welt !

Mein Hutschmuck die Rose ,
mein Lager im Moose ,
der Himmel mein Zelt :
mag lauern und trauern ,
wer will , hinter Mauern ,
ich fahr in die Welt !
Nach oben
rita
BeitragVerfasst am: 15.10.2009, 20:07  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph Victor von Scheffel 1826-1886 Schriftsteller Dichter
Antworten mit Zitat
Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Aus den Liedern des stillen Mannes .

Einsam wandle deine Bahnen,
stilles Herz, und unverzagt !
Viel erkennen, vieles ahnen
wirst du , was dir keiner sagt .

Wo in stürmischen Gedränge
kleines Volk um Kleines schreit ,
da erlauschest du Gesänge ,
siehst die Welt so gross und weit .

Andern lass den Staub der Strasse ,
deinen Geist halt frisch und blank ;
Spiegel sei er wie die Meerflut ,
drein die Sonne niedersank .

Einsam aus des Tages Lärmen
Adler in die Höhen schweift ;
Storch und Kranich fliegt in Schwärmen ,
doch ihr Flug die Erde streift .

Einsam wandle deine Bahnen,
stilles Herz , und unverzagt !
Viel erkennen , vieles ahnen
wirst du , was dir keiner sagt .
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde

Seite 1 von 1
gedichte-garten.de Foren-Übersicht  -  Gedichte

Neue Antwort erstellen

 

Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
AN EINEN DICHTER von Renate Tank Ann Eigene Gedichte von Gästen 1 10.02.2016, 16:34 Letzten Beitrag anzeigen
MONSIEUR VICTOR v, Annegret Kronenberg Ann Kurzgeschichten 0 01.02.2015, 17:12 Letzten Beitrag anzeigen
Richard von Wilpert 1862-1918 deutsch... Ann Gedichte 1 19.03.2014, 09:57 Letzten Beitrag anzeigen
MONSIEUR VICTOR Ann Video Gedichte 0 04.02.2014, 17:12 Letzten Beitrag anzeigen
Monsieur Victor achatscheibe Bilder suchen Worte 2 29.10.2013, 11:41 Letzten Beitrag anzeigen

Annegret Kronenberg © 2004-2006 | Alle Rechte vorbehalten | Inhalt | Lyrik | Liebesgedichte | Gedichte & Poesie | Adventskalender basteln | Internet Forensicherheit