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  Gedichte  -  Heinrich Leuhold 1827-1879 schweiz. Schriftsteller
Ann
BeitragVerfasst am: 02.12.2007, 14:20  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Heinrich Leuhold 1827-1879 schweiz. Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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Blätterfall

Ist wirklich die Welt so schadenfroh,
wie du sie schilderst in scharfen Zügen,
was ärgerst du über die Menschen dich so
und machst ihnen dadurch soviel Vergnügen?


Zuletzt bearbeitet von Ann am 27.03.2008, 19:11, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 02.12.2007, 14:22  Neue Antwort erstellen
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Die Wurzeln des Übels

Mein Kind, das ist der Grund des Übels:
Ich kann bei dir nicht stündlich sein;
sonst kämst du nicht auf den Gedanken,
dass Küssen könnte sündlich sein.

Das Gegenteil will ich beweisen;
doch soll die Wirkung gründlich sein,
so muß vor allem das Verfahren
sowohl geheim als *ündlich sein.
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Ann
BeitragVerfasst am: 02.12.2007, 14:26  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
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In der Maienfrühe

Lang seufzt ich vergebens,
es war mir im Drang
und Unmut des Lebens
verstummt der Gesang.

Nun bauen die Sänger
des Waldes ihr Nest,
nun halten mich länger
die Sorgen nicht fest.

Die Sorge, die eisig,
das Herz mir umschnürt,
hat alle der Zeisig
und Buchfink entführt.

Welch üppiges Blühen
in Wald und Geheg!
Die Qualen und *ühen,
nun jauchz' ich sie weg.

Früh auf aus dem Bette,
durch Wald und Gesträuch…
Ich pfeif um die Wette,
ihr Vögel, mit eich!

Ich singe und pfeife,
so wie mir's gefällt,
durchschwärme, durchstreife
die lachende Welt.

Und sättige wieder
des Herzens Begier…
Auch hab' ich ja Lieder
und Flügel wie ihr!
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rita
BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 16:36  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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II. Blätterfall

Leise windverwehte Lieder ,
*ögt ihr fallen in den Sand !
Blätter seid ihr eines Baumes ,
welcher nie in Blüte stand .

Welke , windverwehte Blätter ,
Boten naher Winterruh' ,
Fallet sacht ! ....Ihr deckt die Gräber
mancher toten Hoffnung zu .
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rita
BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 16:42  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Wanderrast
Hier ruht sich 's gut ,hier halt ich Rast ,
der Wind spielt in den Bäumen ,
da mag manch blütenbehangener Ast
von künftigen Früchten träumen .

Es lispelt ein hüpfend Lenzgedicht
der Quell zu seinen Füßen ,
Maßliebchen und Vergißmeinnicht ,
die dlächeln mich an und grüßen .

Sie lächeln mich an voll Seligkeit
mit ihren Augen , den frommen ;
o schöne ,goldene Jugendzeit ,
wo bist du hingekommen ?
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rita
BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 16:49  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Heimkehr

Und wiederum die reine Luft
von deinen Bergen atm' ich ein ,
und wiederum o Schweizerland ,
o süße Heimat , bist du mein !

Ein Alphorn klagt gedämpften Tons
herüber von dem Felsenhang ,
ein fernes Herdenglöcklein klingt ,
und meine Seele wird Gesang .

In eine Äolsharfe ist
verwandelt wieder mein Gemüt ,
Darüber wie ein linder Hauch
der Zauber deiner Sagen zieht !
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rita
BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 17:05  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Die deutsche Sprache .

Dich vor allem , heil' ge Muttersprache ,
preis' ich hoch ;
denn was mir an Reiz des Lebens
je gewährt ein karges Geschick ,
ich hab es dir zu verdanken .

Spröde nennt der Stümper dich nur ;
mir gabst du Alles;
arm an eigenen Schätzen bin ich ,
doch verschwenderisch wie ein König schwelg' ich
stets in den Deinen .

Mancher Völker Sprachen vernahm ich ;
keine ist an Farbe , plastischem Reiz , an Reichtum ,
Wucht und Tiefe , keine sogar an Wohllaut
ist dir vergleichbar .

Ja , du bist der griechischen Schwester selber ebenbürtig ,
wärst des Gedankenfluges
eines Pindar wert und der Kunst der alten Göttlichen Meister .

Wenn die Zeit auch nicht an des deutschen Volkes
' Weltberuf ' mit ehernem Finger mahnte ,
eine solche Sprache allein genügte ,
ihn zu verkünden .
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rita
BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 17:11  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Roman

Da liegt im Schatten der Linden
einsam das Gotteshaus ;
Glockenklang mit den Winden
zittert ins Land hinaus .

Es sprudeln und plätschern die Bronnen
wohl um die alte Abtei ;
im Klostergarten die Nonnen
wandeln zwei um zwei .

Die eine , die mich betrachtet ,
senkt tiefer den Schleier aufs Kleid ,.....
Doch tiefer noch umnachtet
die Seele mir Reu und Leid .
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rita
BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 17:21  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Die Kapelle am Strande

Langsam und kaum vernehmbar teilt
die wellenlose Flut der Kiel ;
In meiner Seelezittert nach
der Ton aus einem Saitenspiel.

Horch , dieser sanft geämpfte Laut ,
der Erd und Himmel mild versöhnt ...
das Abendläuten ist's , das fern
von der Kapelle niedertönt .

Bescheiden von dem Felsgrund sieht sie
übers Meer , so endlos weit ;
- so schauet wohl ein fromm Gemüt
hinüber in die Ewigkeit
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rita
BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 17:28  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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Leuthold Heinrich
*09. 08. 1827
zu Wetzikon im Kanton Zürich ,
studierte in Zürich und Basel Jura ,
kam 1857 nach *ünchen, verfiel
gegen Lebensende dem Wahnsinn
und starb am 01.07. 1879

Nach : Auswahl Deutscher Gedicht ,
von Prof.Dr.Otto Lyon ca 1921
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rita
BeitragVerfasst am: 20.01.2010, 21:01  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Hallo liebe Ann ,
wie ich feststelle ist Dir ein Fehler unterlaufen , beim Namen
LEUTHOLD .Bitte ... , sonst könnte man sich versehen .
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rita
BeitragVerfasst am: 20.01.2010, 21:15  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
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In der Schenke

Nicht auf schülerbänken ,
hier hören wir Kolleg ,
es führt allein durch Schenken
zur Wissenschaft der Weg .
Vom Professorenstuhle
ist alle Weisheit blass ...
hier ist die hohe Schule ...
In vino veritas !

> Geh hin , < sprach mein Herr Vater ,
> Werd ein gelehrtes Haus ,
und sauf der 'alma mater '
die Milch der Weisheit aus !<
Doch find ich höh're Klarheit
in diesem goldnen Nass ...
kommt , die ihr forscht nach Wahrheit ! ...
In vino veritas !

Das hergebrachte Wissen
schlagt , Freunde , aus dem Sinn !
Verbessert die Prämissen :
Ich trinke - Schluss : ich bin !
Entlauft den Ruchtelruten ,
schwört allem Schlechten Hass
und haltet euch! am Guten ...!
In vino veritas !

Hier quillt , euch auszurüsten
mit echtem Mannesstolz ,
des Geistes Milch aus Brüsten
von deutschem Eichenholz .
Und leeren sich die Krüge ,
legt euch ans Mutterfass !
Trinkt , bis vertilgt die Lüge ...
In vino veritas !

Heinrich Leuthold , 1827 - 1879
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