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  Eigene Gedichte von Gästen  -  Das Leben
FeelLetter
BeitragVerfasst am: 13.06.2010, 18:57  Neue Antwort erstellen
Eigene Gedichte von Gästen
Das Leben
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Oberg
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Anmeldungsdatum: 12.06.2008
Beiträge: 403

Das Leben

Wenn dein Kind bei McDonald’s bettelnd auf die Walt Disney-Figur aus Plastik zeigt, die auf Knopfdruck ein Lied von sich in einer unverständlich schlechten Tonqualität gibt, das dir trotzdem nicht für Kinder gemacht erscheint, und du dich mit einem Seufzer zu dem Studenten mit dem gelben * auf seinem Hemd beugst, um ein Happymeal zu bestellen, mit einem Hamburger, der nach zwei Bissen auf dem *üll landen wird.

Wenn du die Aluverpackung des zerquetschten und schon fast flüssigen Überraschungseis von der gerade noch als solche erkennbare Schokolade zu schälen versuchst, um diese massenproduzierte Köstlichkeit, die du nie nur als solche gekauft hättest, geschweige denn zu dir genommen, von der gelben Plastikdose zu lecken, und du wenige Sekunden später eine Hand voll kleiner undefinierbarer Stückchen vor dir liegen hast und das auch beim siebten Ei.

Wenn du einen alten Wintermantel mit Pelz, noch von deiner Großmutter, aber trotzdem eigentlich noch modern oder auch wieder, zögernd der Modehändlerin in die Hände drückst, um nach dem Ausfüllen eines dir überflüssig erscheinenden und noch mehr verunsichernden Formulars einen dreißig Euro Gutschein zu erhalten, der in einem Jahr abgelaufen sein wird, und du zwei Tage später an der Kasse erinnert wirst, dass du für mindestens 150 Euro einkaufen musst, um die dreißig Euro erlassen zu bekommen, und du zu der stundenlang gesuchten und dann sofort geliebten Jeans für dreißig Euro einen Schal, ein Paar Socken und eine aus Verzweiflung nicht einmal probierte Jacke mit entsprechendem Preisschild legst.

Wenn du den künstlichen, gar nicht an Himbeere erinnernden Geschmack auf deiner Zunge wahrnimmst, der dann wortwörtlich an dieser wegen der eisgekühlten Kälte kleben bleibt, und du nach einigen schmerzvollen Sekunden und unsicheren Minuten den langsam in der äußeren Hitze schmelzenden Nicht-Himbeergeschmack schnell und mit verzerrtem Gesicht in dich aufsaugst, um nach Vollenden der Arbeit den Kaugummistiel von der Hülle zu befreien und den Kaugummientzug der letzten halben Stunde auszugleichen.

Wenn du erst in den Krapfen beißen musst, um zu wissen, ob er mit Marmelade oder Senf gefüllt ist.
Wenn dann doch Senf aus deiner Nase quillt.


Zuletzt bearbeitet von FeelLetter am 19.06.2010, 11:44, insgesamt einmal bearbeitet
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Ann
BeitragVerfasst am: 13.06.2010, 20:29  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45159
Wohnort: Gronau

Liebe Bettina,

niemand muss eine Marionette sein. Das kann ich auch meinen Kindern beibringen und vorleben.

Liebe Abendgrüße
Ann
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Juska
BeitragVerfasst am: 14.06.2010, 09:13  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

Hallo FeelLetter
Wenn, ja wenn du so dumm bist und gehst mit deinem Kind nach Mc. Burger! Und du gibst ihm nicht die Auskunft: Schnelles Essen ist etwas für faule Menschen und zeigst ihm: So bereitet man in kurzer Zeit ein leckeres Mahl her und dein Kind wartet darauf, dass es fertig wird und erklärt, dass ein leckeres Mahl nicht gerade das ist, was du ihm servierst, dann macht sich die Ohnmacht breit und überrennt dich.
und wer weiß: vielleicht gewinnt sie sogar und irgendwann stirbt dein Kind an Krebs und du siehst ihm beim Sterben zu.

Du spricht da ein modernes Thema an und es ist so akut.
Es überrennt uns die Werbung und unsere Kinder wissen alles besser.

Danke für den Anstoß

liebe Grüße Juska
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sonic.
BeitragVerfasst am: 14.06.2010, 09:42  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 10.11.2009
Beiträge: 2467

Hallo FeeLetter
Was zieht denn die Menschen dort hin und wie wenige
haben zu Hause noch geordnete Verhältnisse, wo die Oma
bereit ist die von ihrer Mutter gelernten Mahlzeiten zu kochen,denn diese haben ja ihren verdienten Ruhestand und sitzen im Ausland in den teuersten Restourants. Es ist schon etwas übertrieben immer alles auf andere zuschieben. Krebs ist eine Krankheit mit Erbbelastung und sucht wie jeder einen Schuldigen. So kann man den Menschen auch Angst einjagen und die macht krebstkrank. Und übrigens sind es Arbeitsplätze für die so" faulen" Jugendlichen.

Liebe Grüße
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Juska
BeitragVerfasst am: 14.06.2010, 10:56  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

hallo sonic,
die Omas, die zu hause für ihre Enkel kochen, sind nicht die, die im Ausland ihren Ruhestand verbringen.

Krebs ist keine Erbkrankheit alleine. Er entsteht durch Lebensmittel, die nicht in Ordnung sind. Natürlich gibt dieses keiner zu, denn es ist zu viel daran verdient.

Wovon glaubst du, lebt die Prominenz so gut? (Greif sie an, dann geht es dir schlecht)!

liebe Grüße Juska
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FeelLetter
BeitragVerfasst am: 14.06.2010, 18:20  Neue Antwort erstellen
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Oberg
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Anmeldungsdatum: 12.06.2008
Beiträge: 403

Hallo an alle!

Ich muss schon sagen, ich war etwas überrumpelt und überrascht, als ich eure Kommentare gelesen habe. Irgendwie ist da etwas falsch gelaufen, da hat sich wohl der Sinn meines Gedichtes etwas verlagert. Um ehrlich zu sein wollte ich ganz was anderes sagen.
Das Thema des Gedichtes ist die Überschrift: Das Leben.
Der Rest des Gedichtes ist eigentlich nur eine Metapher, die das Leben beschreibt.
Ich würde euch also bitten, euch das Gedicht noch einmal durchzulesen und euch nicht nur an der ersten Strophe aufzuhängen, nur weil ich das Wort McDonald's benutzt habe.
Vor allem die letzte Strophe sollte eigentlich die wichtigste sein.
Naja, war wohl etwas schlecht gewählt, das Gedicht.
Würd mich sehr freuen, wenn ihr das Gedicht noch mehr kommentiert, vor allem, wenn ihr glaubt, es noch immer nicht so wie ich verstanden zu haben. Oder vor allem auch, wenn ihr meint, etwas anderes zu verstehen.

Würde mich sehr freuen, danke!

LG FeelLetter
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Ann
BeitragVerfasst am: 14.06.2010, 19:20  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45159
Wohnort: Gronau

Hallo Bernadetta,

ich finde, dass das Leben aus mehr besteht, als ein paar negativen Erfahrungen, die nicht jeder zu machen braucht. Vielleicht habe ich auch nicht richtig verstanden, was Du sagen *öchtest.
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Juska
BeitragVerfasst am: 14.06.2010, 21:28  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

hallo FeelLetter,
Du sagst, die Überschrift wäre dir wichtig. Du nennst dein Gedicht „Das Leben“.
Ich erkenne darin die Zukunft und den Tod. Denn was einmal angefangen hat, könnte immer weitergehen, wenn Niemand Einhalt gebietet. Die Menschen reagieren nicht alle gleich auf schädliche Einflüsse von außen oder von Innen. Das Allerschlimmste ist für mich, dass es ausgerechnet das Liebste ist, was ein Mensch haben kann: Seine Kinder, die nicht nur mit Plastikhüllen in ihrer Nahrung und wer weiß welchen Zusätzen noch gefüttert werden, weil Spielzeuge in die Lebensmittel gebracht werden. Gedankenlos verhalten sich die Hersteller solcher überflüssiger Lebensmittel allein aus dem Grund Gewinne zu erzielen.
Ob der Mensch durch diese Erfahrung hindurch muss oder ob er aufgibt, weil das Leben für ihn immer schwieriger wird, muss sich noch herausstellen.
Leider gibt es schon viel zu viele krebskranke Kinder!

lG Juska
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sonic.
BeitragVerfasst am: 15.06.2010, 06:10  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 10.11.2009
Beiträge: 2467

Liebe FreelLetter!

So schnell ändern sich die Zeiten und Ansichten.
Ohne Liebe und Sinn ist alles wertlos.

Sei lieb gegrüßt
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Juska
BeitragVerfasst am: 16.06.2010, 10:14  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 6017

hallo FeelLetter,
ich *öchte noch meinen letzten Senf dazugeben (ohne Krapfen).

Die Hersteller solcher Massenproduktionen vertreiben ihre Erfindungen weltweit. Es steckt der (Un)-Sinn dahinter über die Kinder an deren eigenen Willen zu appellieren und leider mit Erfolg.
Den Eltern wird der Einfluss auf ihre Kinder genommen, indem sie sich ohnmächtig geschlagen geben, denn die Werbung tut ihr Übriges und sie ist immer da und überall. Die Kinder glauben nicht mehr denen, die sie lieben, sie vertrauen denen, die sich am farbigsten und am lautesten bemerkbar machen.

Eine Gesellschaft, die die Macht über sich selbst verliert sind wir bald.

liebe Grüße Juska
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Zugreisende
BeitragVerfasst am: 16.06.2010, 22:33  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 09.11.2009
Beiträge: 1256

Hallo Feel Letter,

danke für diesen, für mich, vielsagenden, weisen Text.

Ja, ich denke, zu bestimmten Zeiten fühlt man das Leben genau-so.

Man funktioniert einfach. Und, obwohl man weiß, dass das, was man da gerade tut, nicht die Erfüllung bringen kann, tut man es trotzdem, weil es dazuzugehören scheint, wie ein Puzzleteil – Ja, und vielleicht ist es ja wirklich eins, denn sonst würde man es ja nicht tun … Und wer weiß, vielleicht ist ja tatsächlich Marmelade im Krapfen und kein Senf … vielleicht...
… Und ist dann doch Senf drin, tja, man hat es ja schon ‚irgendwie‘ geahnt, bringt man auch das noch hinter sich – wieder Mal um‘ ne Erfahrung reicher. Winken

Aber was soll’ s! So ist das Leben – oder man ist es eben selbst (eher das) - manchmal, zum Glück - nicht beständig.

Wenn es einem richtig gut geht, weil man gerade mal wieder die Ruhe in sich entdeckt hat – seine Mitte lebt, wie man so schön sagt, dann passiert es selten, dass man wirklich zweifelt oder Dinge tut, die eigentlich kein gutes Karma besitzen.

Mit deinem Text assoziiere ich zudem die Zeit eines Aufbruchs, der noch auf wackligen Füßen steht, da man sich noch nicht sicher ist, wo das, was man glaubt zu wollen, eigentlich hinführt…

Liebe Grüße
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