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  Gedichte  -  Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
rita
BeitragVerfasst am: 10.01.2009, 20:15  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Winter

Die Kälte kann wahrlich brennen
wie Feuer .
Die Menschenkinder
im Schneegestöber rennen
und laufen immer geschwinder .

O, bittre Winterhärte !
Die Nasen sind erfroren ,
und die Klavierkonzerte
zerreissen uns die Ohren .

Weit besser ist es im Summer ,
da kann ich im Walde spazieren
allein mit meinem Kummer
und Liebeslieder skandieren .

Heinrich Heine
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rita
BeitragVerfasst am: 01.02.2009, 13:52  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Leib und Seele

Die arme Seele spricht zum Leib :
> Ich lass' nicht ab von dir , ich bleibe
bei dir - ich will mit dir versinken
in Tod und Nacht , Vernichtung trinken !
Du warst ja stets mein zweites Ich ,
das liebevoll umschlungen mich ,
als wie ein Festkleid von Satin ,
gefüttert weich mit Hermelin -
weh mir ! Jetzt soll ich gleichsam nackt ,
ganz ohne Körper , ganz abstrakt ,
hinlungern als ein sel'ges Nichts
dort oben in dem Reich des Lichts ,
in jenen kalten Himmelshallen ,
wo schweigend die Ewigkeiten wallen
und mich angähnen - sie klappern dabei
langweilig mit ihren Pantoffeln von Blei .
O , das ist grauenhaft ; o bleib
bleib bei mir , du geliebter Leib <!

Der Leib zur armen Seele spricht :
> O tröste dich und grä* dich nicht !
Ertragen *üssen wir in Frieden ,
was uns vom Schicksal war beschieden .
Ich war der Lampe Docht , ich muss
verbrennen ; du , der Spiritus ,
wirst droben auserlesen sein ,
zu leuchten als ein Sternelein
vom reinsten Glanz - Ich bin nur Plunder ,
Materie nur , wie morscher Zunder
zusammensinkend , und ich werde ,
was ich gewesen , eitel Erde .
Nun lebe wohl und tröste dich !
Vielleicht auch amüsiert man sich
im Himmel besser , als du meinst .
Siehst du den grossen Bären einst
(Nicht Meyer -Bär ) im Sternensaal ,
grüss ihn von mir vieltausendmal < .
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Juska
BeitragVerfasst am: 04.04.2009, 11:17  Neue Antwort erstellen
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Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 5943

Karl I

Im Wald in der Köhlerhütte, sitzt
Trübsinnig allein der König;
Er sitzt an der Wiege des Köhlerkinds
Und wiegt und singt eintönig:

Eiapopeia was raschelt im Stroh?
Es blöken im Stalle die Schafe-
Du trägst das Zeichen an der Stirn
Und lächelst so furchtbar im Schlafe.

Eiapopeia das Kätzchen ist tot-
Du trägst auf der Stirne das Zeichen-
Du wirst ein Mann und schwingst das Beil,
Schon zittern im Walde die Eichen.

Der alte Köhlerglaube verschwand,
Es glauben die Köhlerkinder-
Eiapopeia nicht mehr an Gott,
Und an den König noch minder.

Das Kätzchen ist tot, die *äuschen sind froh-
Wir *üssen zuschanden werden-
Eiapopeia - im Himmel der Gott
Und ich, der König auf Erden.

Mein Mut erlischt, mein Herz ist krank,
Und täglich wird es kränker-
Eiapopeia - du Köhlerkind,
Ich weiß es, du bist mein Henker.

Mein Todesgesang ist dein Wiegenlied-
Eiapopeia die greisen
Haarlocken schneidest du ab zuvor-
Im Nacken klirrt mir das Eisen.

Eiapopeia was raschelt im Stroh?
Du hast das Reich erworben,
Und schlägst mir das Haupt vom Rumpf herab-
Das Kätzchen ist gestorben.

Eiapopeia was raschelt im Stroh?
Es blöken im Stalle die Schafe.
Das Kätzchen ist tot, die *äuschen sind froh-
Schlafe mein Henkerchen, schlafe!
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Juska
BeitragVerfasst am: 06.04.2009, 22:01  Neue Antwort erstellen
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Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 5943

aus Atta Troll

Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.

Ein neues Lied, ein besseres Lied
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch
Was fleißige Hände erwarben.
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2009, 12:17  Neue Antwort erstellen
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Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Im Rhein im schönen Strome ,
da spiegelt sich in den Well'n
mit seinem grossen Dome
das grosse heil'- ge Köln .

Im Dom da steht ein Bildnis ,
auf goldenem Leder gemalt ;
in meines Lebens Wildnis
hat's freundlich hineingestrahlt .

Es schweben Blumen und Englein
um unsre liebe Frau ;
die Augen , die Lippen , die Wänglein ,
sie gleichen der Liebsten genau .
Heine 1827
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rita
BeitragVerfasst am: 08.04.2009, 17:40  Neue Antwort erstellen
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Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

O grüss dich Gott , Westfalenland

Ich habe sie immer so lieb gehabt ,
die lieben , guten Westfalen ,
ein Volk so fest , so sicher , so treu ,
ganz ohne Gleissen und Prahlen .
von Heinrich Heine
Rita
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rita
BeitragVerfasst am: 09.04.2009, 10:32  Neue Antwort erstellen
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Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Die Grenadiere

Nach Frankreich zogen zwei Grenadier,
die waren in Russland gefangen .
Und als sie kamen ins deutsche Quartier ,
sie liessen die Köpfe hangen .

Da hörten sie beide die traurige *är ,
dass Frankreich verloren gegangen ,
besiegt und zerschlagen das grosse Heer -
und der Kaiser , der Kaiser gefangen .

Da weinten zusammen die Grenadier
wohl ob der kläglichen Kunde .
Der eine sprach , :,, Wie weh wird mir ,
wie brennt meine alte Wunde !"

Der andre sprach :,, Das Lied ist aus ,
auch ich *öcht mit dir sterben ;
doch hab ich
Weib und Kind zu Haus ,
die ohne mich verderben ."

,,Was schert mich Weib , was schert mich Kind ?
Ich trage weit bessres Verlangen ;
Lass sie betteln gehn , wenn sie hungrig sind !
:mein Kaiser , mein Kaiser gefangen !

Gewähr mir , Bruder , eine Bitt :
wenn ich jetzt sterben werde ,
so nimm meine Leiche nach Frankreich mit ,
vergrab mich in Frankreichs Erde .

Das Ehrenkreuz am roten Band
sollst du aufs Herz mir legen !
Die Flinte gib mir in die Hand
und gürt mir um den Degen .

So will ich liegen und horchen still
wie wie eine Schildwach im Grabe .
Bis einst ich höre Kanonengebrüll
und wiehernder Rosse Getrabe .

Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab ,,
viel Schwerter klirren und blitzen :
dann steig ich gewaffnet hervor aus dem Grab ,
den Kaiser , der Kaiser zu schützen .
-------------------------------------------------------

Rita ,9.4.2009
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rita
BeitragVerfasst am: 20.05.2009, 18:36  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

H e r r l i c h e r a l s d i e S o n n e
grösser als alle Pyramiden ,
als der Himalaya ,
als alle Wälder und Meere
ist das menschliche Herz .

Es ist herrlicher
als die Sonne und der Mond
und alle Sterne ,
strahlender und blühender.

Es ist unheimlich in seiner Liebe .
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rita
BeitragVerfasst am: 26.12.2009, 18:48  Neue Antwort erstellen
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Die Nacht ist frisch und stürmisch ,
der Himmel sternenleer ;
im Wald unter rauschenden Bäumen
wandle ich schweigend einher .

Es flimmert fern ein Lichtchen ,
aus dem einsamen Jägerhaus ;
es soll mich nicht hin verlocken ,
dort sieht es verdriesslich aus .

Die blinde Grossmutter sitzt ja
im ledernen Lehnstuhl dort ,
unheimlich starr wie ein Steinbild ,
und spricht kein einziges Wort .

Fluchend geht auf und nieder
des Försters rotköpfiger Sohn ,
und wirft an die Wand die Büchse
und lacht vor Wut und Hohn .

Die schöne Spinnerin weinet
und feuchtet mit Tränen den Flachs ;
wimmernd zu ihren Füssen
schmiegt sich des Vaters Dachs .
Heinrich Heine
1797 - 1856
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Monique
BeitragVerfasst am: 27.02.2011, 06:33  Neue Antwort erstellen
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Heinrich Heine 1797-1856 deutscher Dichter
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Neuling
Neuling


Anmeldungsdatum: 27.02.2011
Beiträge: 2

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten
Daß ich so traurig bin;
Ein *ärchen aus alten Zeiten
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh,
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.
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Monique
BeitragVerfasst am: 27.02.2011, 06:35  Neue Antwort erstellen
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Neuling
Neuling


Anmeldungsdatum: 27.02.2011
Beiträge: 2

Die Jahre kommen und gehen


Die Jahre kommen und gehen,
Geschlechter steigen ins Grab,
Doch nimmer vergeht die Liebe,
Die ich im Herzen hab.

Nur einmal noch *öcht ich dich sehen,
Und sinken vor dir aufs Knie,
Und sterbend zu dir sprechen:
»Madame, ich liebe Sie!«
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