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  Gedichte  -  Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
Sonnenschein
BeitragVerfasst am: 13.05.2008, 14:52  Neue Antwort erstellen
Gedichte
Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Stammgast
Stammgast


Anmeldungsdatum: 07.05.2008
Beiträge: 38

Zwielicht

Dämmerung will die Flügel spreiten,
Schaurig rühren sich die Bäume,
Wolken ziehn wie schwere Träume -
Was will dieses Graun bedeuten?

Hast ein Reh du lieb vor andern,
Laß es nicht alleine grasen,
Jäger ziehn im Wald und blasen,
Stimmen hin und wieder wandern.

Hast du einen Freund hienieden,
Trau ihm nicht zu dieser Stunde,
Freundlich wohl mit Aug und Munde,
Sinnt er Krieg im tückschen Frieden.

Was heut *üde gehet unter,
Hebt sich morgen neugeboren.
Manches bleibt in Nacht verloren -
Hüte dich, bleib wach und munter!
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rita
BeitragVerfasst am: 05.03.2009, 01:18  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Verschwiegene Liebe

Über Wipfel und Saaten
in den Glanz hinein -
wer mag sie erraten .
Wer holt sie ein ?
Gedanken sich wiegen ,
die Nacht ist verschwiegen ,
Gedanken sind frei .

Errät es nur eine ,
wer an sie gedacht ,
beim Rauschen der Haine ,
wenn niemand mehr wacht ,
als die Wolken , die fliegen -

mein Lieb ist verschwiegen
und schön wie die Nacht .
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rita
BeitragVerfasst am: 05.03.2009, 23:43  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Gartenmeister(in)
Gartenmeister(in)


Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
hört ich Wandervögel ziehn ,
Das bedeutet Frühlingsdüfte ,
unten fängst schon an zu blühn .

Jauchzen *öcht ich , *öchte weinen ,
ist mir's doch , als könnt's nicht sein !
Alte Wunder wieder scheinen
mit dem Mondesglanz herein .

Und der Mond , die Sterne sagen's ,
und in Träumen rauscht' s der Hain ,
und die Nachtigallen schlagen 's :
Sie ist Deine , sie ist dein !
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rita
BeitragVerfasst am: 05.03.2009, 23:52  Neue Antwort erstellen
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Glück

Wie jauchzt meine Seele
und singet in sich !
Kaum , dass ich's verhehle ,
so glücklich bin ich .

Rings Menschen sich drehen
und sprechen gescheit ,
ich kann nichts verstehen ,
so fröhlich zerstreut .

Zu eng wird das Zimmer ,
wie glänzet das Feld ,
die Täler voll Schimmer ,
wie herrlich die Welt !

Gepresst bricht die Freude
durch Riegel und Schloss ,
fort über die Heide !
Ach hätt ich ein Ross !

Und frag ' ich und sinn ' ich ,
wie so mir geschehn ? -
Mein Liebchen herzinnig ,
das soll ich heut sehn !
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rita
BeitragVerfasst am: 06.03.2009, 11:50  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Gartenmeister(in)
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Anmeldungsdatum: 14.10.2007
Beiträge: 3155

Reiselied

So ruhig geh ich meinen Pfad ,
so still ist mir zumut ,
es dünkt mir jeder Weg gerad
und jedes Wetter gut .

Wohin mein Weg mich führen mag ,
der Himmel ist mein Dach ,
die Sonne kommt mit jedem Tag ,
die Sterne halten Wach .

Und komm ich spät und komm ich früh
ans Ziel , das mir gestellt :
verlieren kann ich mich doch nie ,
o Gott , aus deiner Welt !
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Ann
BeitragVerfasst am: 21.01.2010, 13:54  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 44634
Wohnort: Gronau

O Täler weit,o Höhen ,
o schöner grüner Wald ,
du meiner Lust und Wehen
andächtger Aufenthalt !
Da draussen , stets betrogen ,
saust die geschäftge Welt ,
schlag noch einmal den Bogen
um mich , du grünes Zelt !
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Ann
BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 17:08  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Beiträge: 44634
Wohnort: Gronau

Der Soldat

Und wenn es einst dunkelt,
Der Erd bin ich satt,
Durchs Abendrot funkelt
Eine prächtge Stadt:

Von den goldenen Türmen
Singet der Chor,
Wir aber stürmen
Das himmlische Tor.
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Ann
BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 17:11  Neue Antwort erstellen
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Beiträge: 44634
Wohnort: Gronau

Über Bergen, Fluß und Talen,
Stiller Lust und tiefen Qualen
Webet heimlich, schillert, Strahlen!
Sinnend ruht des Tags Gewühle
In der dunkelblauen Schwüle,
Und die ewigen Gefühle,
Was dir selber unbewußt,
Treten heimlich, groß und leise
Aus der Wirrung fester Gleise,
Aus der unbewachten Brust,
In die stillen, weiten Kreise.
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Ann
BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 17:12  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Beiträge: 44634
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Treue
Wie dem Wanderer in Träumen,
Daß er still im Schlafe weint,
Zwischen goldnen Wolkensäumen
Seine Heimat wohl erscheint:

So durch dieses Frühlings Blühen
Über Berg' und Täler tief,
Sah ich oft dein Bild noch ziehen,
Als obs mich von hinnen rief;

Und mit wunderbaren Wellen
Wie im Traume, halbbewußt,
Gehen ewge Liederquellen
Mir verwirrend durch die Brust.
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Ann
BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 17:14  Neue Antwort erstellen
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Joseph von Eichendorff 1778-1857 deutscher Schriftsteller
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Beiträge: 44634
Wohnort: Gronau

FRÜHLINGSNACHT

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängts schon an zu blühn.

Jauchzen *öcht ich, *öchte weinen,
Ist mirs doch, als könnts nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagens,
Und in Träumen rauschts der Hain,
Und die Nachtigallen schlagens:
Sie ist Deine, sie ist dein!
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