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  Kindergedichte und Kinderlieder  -  Ritter Risco Teil 1 und 2
Juska
BeitragVerfasst am: 05.02.2014, 16:20  Neue Antwort erstellen
Kindergedichte und Kinderlieder
Ritter Risco Teil 1 und 2
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Anmeldungsdatum: 07.10.2006
Beiträge: 5979

Ritter Risco

Durch seine wüsten Ritterkämpfe hatte Ritter Risco seinen Kopf verloren. Er war ihm durch einen *ächtigen Degenschlag von einem seiner Feinde abgeschlagen worden. Nun hätte eigentlich sein Leben zu Ende sein *üssen, erginge es Risco so wie allen anderen normal Sterblichen. Bei Risco jedoch ging das Leben weiter, zwar ohne Kopf und damit ohne Sinne taumelte er zunächst erst einmal unbeholfen durch die Gegend, die uneben vor seinen Füßen zwar weiterhin fortbestand, doch dieses erkennen zu können dazu fehlten ihm die Augen. Dem Gegner, der mit dem Pferd in aller Eile den Kampfplatz verlassen hatte und davon geprescht war, konnte man es nicht zum Vorwurf machen, denn es ging auch um sein Leben.

Ritter Risco. lief also kopflos weiter. Hatte er auch ein Pferd? Er wusste es nicht mehr, Die Luft dort draußen kühlte seine Wunde. Er bemerkte es nicht. Es war, als hätte eine Mutter auf seine stark blutende Kopfwunde gepustet und so ließ die Blutung langsam nach. Sein Denken hatte ihn seit der Zeit völlig verlassen. Zuletzt hatte er noch gedacht: Für wen oder was kämpfe ich hier eigentlich? Doch auch daran erinnerte er sich jetzt nicht mehr. Er dachte an rein gar nichts! Trotzdem liefen automatisch seine Füße weiter, weil sie es so gewohnt waren.
Hätte er jetzt noch denken können, sicher wäre er an dem Ort geblieben, wo ihm der Kopf abgetrennt wurde und er hätte dort nach ihm gesucht, denn er lag nicht weit von seinen Füßen entfernt irgendwo im grünen Gras in einer roten Blutlache.
Er konnte sich nicht bemerkbar machen. Er hätte in die Hände klatschen können, aber woher hätten seine Hände wissen sollen, was zu tun ist. Ein Ritter stieß seinen Kameraden an: „Vorsicht, da läuft ein Kopfloser! Aber der gehört nicht zu uns. Das muss ein Feind sein; er hat ein gelbes Halstuch.“ Dann lass ihn laufen, der kommt sowieso nicht mehr weit!“

Wenn er sich da nur nicht irrte. Er kannte Risco nicht, denn Risco war ein Stehaufmännchen.
Juska

Fortsetzung
Teil 2
Seine Beine ließen Ritter Risco immer weiter laufen, bis er an ein Hindernis geriet. Das Hindernis gab ein „*ääh“ von sich, was Ritter Risco aber nicht zu deuten verstand. Er war auf geradeaus programmiert und etwas hielt ihn davon ab, seinen Weg fort zu setzen. Er konnte dieses Etwas weder sehen noch hören. Er hätte nur seine Hand ausstrecken *üssen, um es zu fühlen, denn es war ein noch sehr junges Lämmchen, doch ich fürchte auch das wäre ihm nicht gelungen. So also kam dieses *ääh auf ihn zu und leckte seine herabhängende Hand. Leider bemerkte er auch dieses nicht; doch das Hindernis hatte ihm Platz gemacht und Risco setzte seinen Weg weiter fort. Diesmal steuerte er geradewegs auf eine Vogelscheuche zu. Man hatte sie mit glitzernden Blechstreifen in ein Gartenbeet gestellt nur aus einem Grund natürlich: Um die Vögel zu verscheuchen, da sie immer die frisch gesäten Körner aufpickten, aus denen später Erbsen oder andere Gemüsepflanzen wachsen sollten.
Um dieses zu verhindern, klapperten die Blechstreifen der Vogelscheuche hübsch laut und die Vögel trauten sich wirklich nicht, sich diesem Gestell mit Strohhut und alter Sonnenbrille zu nähern. Einer von den frechen Staren flog hinüber und ließ gleich auf dem Strohhut einen weißen Klecks fallen. Die anderen Vögel sahen ihm aus der Ferne dabei hungrig zu, trauten sich aber nicht näher heran. Die Vogelscheuche hielt also diesmal seinen Weg auf und da seine Beine *üde waren, blieb Risco auf dem Gemüsefeld sitzen und schlief ein. Wie auch immer dieser Strohhut auf seinen Hals geraten war, den er am nächsten Tag mit sich herumtrug, weiß keiner so genau. Ein Glück jedenfalls, dass er dort war, denn wer weiß,
was den hungrigen Vögeln noch so alles eingefallen wäre, hätten sie dort auf dem Hals dieses
rohe Fleisch entdeckt. So ließen sie ihn also in Ruhe weiter laufen und beachteten ihn nicht. Es war schon seltsam, dass Risco keinen Hunger verspürte, sicher ebenso seltsam, wie die Tatsache, dass er immer noch Kraft hatte, um weiter zu laufen.
Fortsetzung
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