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  Eigene Gedichte von Gästen  -  Zu „Sonnenblicke auf der Flucht“ [„KI“]
Eugen Pawlowski
BeitragVerfasst am: 25.03.2018, 15:45  Neue Antwort erstellen
Eigene Gedichte von Gästen
Zu „Sonnenblicke auf der Flucht“ [„KI“]
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Oberg
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Anmeldungsdatum: 07.12.2007
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Zu „Sonnenblicke auf der Flucht“ [„KI“]

Im Rahmen der Diskussion um KI („Künstliche Intelligenz“) verursacht zurzeit der als Gedicht gewähnte Text „Sonnenblicke auf der Flucht“, welcher von einer Maschine erdacht (nun-ja...) wurde, einiges an Aufsehen. Im Netz finden wir so manches Wort dazu. Er mag hier zitiert sein, da ein Urheberrecht meines Wissens nur für Werke menschlicher, geistiger Arbeit hinreichender Schöpfungshöhe in Frage kommt.

Auf der Flucht gezimmert in einer Schauernacht.
Schleier auf dem Mahle.
Säumliche Nahrung, dieses Leben.

Die Stille der Bettler umfängt mich in einer schmausenden Welt.
Der junge Vogel ist ein Geschoß,
vom Sturmwild getragen, im Leben betrogen.

Seelenvolle Tänze und heiligen Lippen der Schande.
Flammen auf dem Flur, Licht in den Kehlen.
Das Böse bestet sich auf der Wiese, die Götter rennen.
Glocken hallen, Donner schwingen.

Die Liebe bringt mir das Geschäft,
dein leichtes Herz verlangend.
Goldene Glieder, wildes Blut, geheime Tiefe,
dein himmlischer Reiz und lebendiger Quell beflügelt mich.
Du erklirrende, entheilende Gestalt.
Züchtiger Glaube erbleicht die Seele.


Dass dieser Text laut einer Meldung von Tunnel23 (eine mehrfach preisgekrönte Kreativagentur für digitale Medien aus Wien) in eine Sammlung der Bretano-Gesellschaft (nicht „Brentano“!) aufgenommen wurde, lässt mich auch etwas über die Kompetenz der Verfasser besagter Meldung ahnen.

Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, was die Maschine erzeugt hätte, hätte man ihr statt goethischer und schillerscher Texte Werke der Herren Hegel, Kant und Thomas von Aquin zum Training gegeben. Besser noch, man hätte ihr theoretische Abhandlungen zu Themen wie Prozessorarchitektur und Programmieralgorithmen gegeben. Hätte sie sich selbst erkannt? Hätte sie parodierend den Aberwitz des Versuches kommentiert, sie zu einem Text zu Gedanken über ihr Bewusstsein zu verleiten? Wäre sie auf den Versuch verfallen, uns zu vermitteln, sie verfüge über ein solches?

Vielleicht wird es einst *öglich, den Zauber menschlichen Empfindens mittels assoziativer, neuronaler oder auch formaler Logik zu ergründen. Im Grunde jedoch gingen wir zu Grunde, verlören Träume und Hoffnungen. Obgleich kein Dämon ein schärferes Schwert im Rücken führt als der der Hoffung, lohnt es diesen Preis, uns Träume und Hoffnungen zu bewahren, da diese nicht der Intelligenz Werk sind.

Das zarte Wispern einer Baumkrone im warmen Sommerabendwind ist mir mehr wertvoller Gruß der Freundin Erato - der Muse der Liebesdichtung - als so manches versmetrisch korrekte Werk (sofern davon die Rede sein kann), welches mit dem Anspruch auf Herzensrührung daher marschiert. „Sonnenblicke auf der Flucht“ jedoch raunt mir lediglich „Erro“ - lateinisch für „Ich irre“ - ins Ohr.

Das „Aufsehen“, welches dieses Machwerk erregt, bedeutet mir mehr „Aufhören“ mit solch überflüssigem Bemühen. Es wäre mehr gewonnen, hätten die Entwickler die gesamte Entwicklungszeit der vermeintlich intelligenten Software darauf verwandt, zu erfassen, um was es uns bei Gedanken um das Glücklichsein geht, sowohl in Sprache als auch im Leben. Monetär hätten sie wohl weniger verdient, nun jedoch in anderem Bezug.

c: Eugen Pawlowski
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Ann
BeitragVerfasst am: 30.03.2018, 16:08  Neue Antwort erstellen
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Zu „Sonnenblicke auf der Flucht“ [„KI“]
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Anmeldungsdatum: 13.09.2004
Beiträge: 45154
Wohnort: Gronau

Lieber Eugen,

Hans und mich hat eine schwere Grippe erwischt. Wir liegen beide brach. Wen es mir wieder besser geht, melde ich mich auf Deine Mitteilung.

Lieber Eugen,

von Hans und mir herzliche Grüße
und ein frohes Osterfest

Ann
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